Arizona

Reservate und Stämme:

Ak Chin Indian Community

Südlich von Phoenix, Arizona gelegen ist das kleine Ak Chin Reservat Heimat für ein paar Hundert Mitglieder des Akimel O'Odham Stammes. Die Akimel O'Odham sind verwandt mit den Hia Ced O'Odham im Westen von Arizona und den Tohono O'Odham im Süden.  Akimel O'Odham bedeutet 'Menschen vom Fluss', da sie entlang des Gila und des Salt River Flusses lebten. Das Reservat ist eine Wüstengegend und doch gibt es hier eine der grössten Farmen von Arizona. Die Haupteinkommensquelle des Stammes ist heute ein lukratives Casino. Über die Geschichte des Stammes bekommt man im Him-Dak Eco Museum einen guten Überblick. 2007 öffnete der Stamm neben dem Museum ein Archiv in dem Originaldokumente, Fotos, Landkarten und andere Dokumente untergebracht werden. 

Apache

Die Apache bilden mit den Navajo die südliche Gruppe der Na-Dene Sprachgruppe.  Im 17. Jahrhundert wurden sie von den Spaniern in folgende Gruppen eingeteilt: Faroans, Llaneros, Palomas und andere. Später unterschied man Kiowa-Apache, Lipan, Jicarilla, Pinal, Gila, Tonto, Mescalero, Arivaipa, Chiricahua, Coyotero, Mimbreno, San Carlos, Sierra Blanca, Mohave-Apache und Yavapai-Apache. Heute unterscheidet man zwischen den Östlichen und Westlichen Apache, wobei die westlichen die Stämme in Arizona sind und alle anderen zu den östlichen gehören.

Untergruppe:

Reservat/Bundesstaat:

Apache Tribe of Oklahoma (Naishan Apache) Anadarko Oklahoma
Ft. Sill Apache Tribe (Chiricahua) Apache, Oklahoma
Mescalero Apache Tribe (Mescalero, Chiricahua, Lipan) Mescalero, New Mexico
Jicarilla Apache Tribe Jicarilla, New Mexico
Camp Verde (Yavapai, Apache) Camp Verde, Arizona
Fort McDowell (Apache, Mojave, Yavapai) Ft. McDowell, Arizona
San Carlos Apache Tribe (Nné) San Carlos, Arizona
White Mountain Apache Tribe (Ndé) Ft. Apache, Arizona
Tonto Apache Tribe Payson, Arizona

Camp Verde

Nördlich von Phoenix gelegen ist dieses Reservat die Heimat für über tausend Yavapai-Apache. Das Reservat wurde 1875 von Präsident Grant geschaffen und ist eine trockene Hochlandwüste, die aber durch den Verde River in der Nähe Baum- und Strauchbewuchs aufweist. Wie alle Stämme litten die Yavapai unter Massakern und einem 150 Meilen langen Fussmarsch in die San Carlos Reservation der Apachen, die sie bis 1901 wieder verlassen hatten und in ihre ursprünglichen Gebiete zurückkehrten.  Sie erinnern heute mit den "Exodus Days" an diese Vertreibung von 1875. In der Nähe des Reservats ist das Montezuma Castle National Monument, welches jedes Jahr von einer grossen Zahl von Touristen besucht wird.

Die Yavapai leben heute in drei Reservaten. Neben dem Camp Verde Reservat  sind sie noch im Yavapai-Prescott und im Fort McDowell Reservat vertreten. Sie gehören mit den Havasupai und Hualapai zu den "Upland Yumans". Sie waren ursprünglich Sammler und Jäger und gruppierten sich als Kewevkepaya, Wipukpaya, Tolkepaya, and Yavepe. Sie lebten als Nachbarn der Apachen und waren für die Siedler teilweise nicht zu unterscheiden, darum nennt man sie auch oft Yavapai-Apache.   Nach anfänglichem Widerstand gegenüber den Weissen kam es 1872 zu einem Massaker an Yavapais in der Skeleton Cave, Arizona. Die überlebenden Yavapai wurden daraufhin gezwungen in Camp Verde zu leben, später aber in das San Carlos Apache Reservat umgesiedelt. Vor dort aus kehrten sie dann in ihre ursprünglichen Gebiete zurück und blieben dabei auch im Fort McDowell Reservat zurück und siedelten nahe der Stadt Prescott.

Cocopah

Die Nachfahren eines Yuman Stammes der von Baja California einwanderte leben heute einige hundert des Cocopah Stammes entlang des Colorado Flusses nahe Yuma an der kalifornischen Grenze. Yuma ist eine der heissesten und staubigsten Gegenden der USA. Die Cocopah, oder wie sie sich nach ihrer eigenen Webseite nennen, die Xawitt Kunyavaei,  lebten in der unteren Colorado River Gegend seit ca. 2000 Jahren und mit dem Vertrag von Guadalupe Hidalgo von 1848 wurde ihr Stammesgebiet geteilt. Einige Familien lebten daraufhin in den USA, andere in Mexiko.

Colorado River

Am Colorado Fluss im Westen von Arizona gelegen leben hier Mohave (Hamakhava)  und Chemehuevi Stammesmitglieder. Seit dem zweiten Weltkrieg allerdings auch einige Hopi und Navajo. Da das Reservat am Fluss liegt wird es oft von weissen Freizeitsuchenden überrannt, die hier Jagen, Fischen und Motorbootfahren.

Fort Apache

Im Osten von Arizona gelegen ist dies eine der schönsten Gegenden im Südwesten. Viertausender, ausgedehnte Wälder und Seen bilden das Reservat. Ein Casino sorgt für Einnahmen neben der Forstwirtschaft und dem Tourismus. Der hier lebende White Mountain Apachen Stamm (Ndé) mit über 10.000 Mitgliedern betreibt Casinos, Hotels und eines der besten Skigebiete.  Für Fischen, Jagen, Wandern oder andere Tätigkeiten im Reservat braucht man eine Genehmigung vom Stamm. Das Kulturzentrum des Stammes liegt in mitten des historischen Fort Apache, welches von General Crook 1871 hier errichtet wurde. Im Tal des White Rivers liegt eine idyllische Nachbildung eines Apachendorfes mit den für Apachen typischen Wikiups.

Fort McDowell Yavapai Nation

In diesem Reservat leben heute Yavapai, Mohave und Apachen. Die Einnahmen stammen aus einem Casino, das durch die räumliche Nähe zum Grossraum Phoenix regen Besuch hat.  Die Fort McDowell Yavapai Nation verfügt auch über den We-Ko-Pa Golfclub, welcher sich auf Stammesland in der Ortschaft Fountain Hills befindet. Der Name We-Ko-Pa ist abgeleitet aus dem Yavapai Wort, welches die bergige Umgebung hier bezeichnet.  McDowell, Red Mountain und Superstition Mountains dienen als spektakuläre Hintergrundkulisse des Reservats.  Die hier lebenden Indianer mussten sich immer wieder gegen Versuche verteidigen sie ins nahe Salt River Reservat umzusiedeln. Vor allem die Yavapai im Reservat waren schon immer politisch aktiv. So verklagten sie den Staat 1948 um das Wahlrecht in Arizona und der U.S.A. zu erreichen.  Um 1950 sollte fast das gesamte Reservat durch den Bau des Orme Staudamms überflutet werden. Durch ihre politische Tätigkeit konnte schliesslich ein Alternativprojekt geschaffen werden und verhinderte so das Schlimmste für das Reservat. Schliesslich gab es auch 1984 Auseinandersetzungen als das FBI versuchte die Spielmaschinen aus dem Casino zu beschlagnahmen.

Fort Yuma

Einige tausend Stammesmitglieder der Quechan, einem Yuman Stamm, leben entlang des Colorado Flusses südlich der Stadt Yuma. Dies ist ein Teil des angestammten Siedlungsgebietes des Stammes, wenn auch die fruchtbarsten Gebiete von weissen Farmern im Laufe der Zeit übernommen wurden. Die Quechan kontrollierten einen der wenigen Flussübergänge am Colorado und damit die Ost-West Routen der Spanier, Mexikaner und schliesslich der Amerikaner. Während der Stamm bis heute einen Teil seiner Einnahmen durch Farmen bestreitet, setzt er inzwischen auch auf Spielkasinos und Camper-Wohnparks.

Gila River

600 Quadratmeilen grosse Heimat für über 13.000 der ca. 19.000 (2005) Pima (Akimel O'odham) und Maricopa (Pee-Posh). Das Gebiet liegt direkt angrenzend an den Grossraum Phoenix und seinen Vororten Chandler und Ahwatukee. Dementsprechend günstig liegen dann auch die Casinos und Hotels des Stammes, ein Industriegebiet und eine Rennstrecke. Der Stamm verfügt auch über eine 16000 acres grosse Farm. Entlang dem durchs Reservat führenden Highway I-10 liegt das im Dezember 2003 eröffnete Kulturzentrum des Stammes mit dem Namen "Huhugam Heritage Center". Das Zentrum zeigt prähistorische und geschichtliche Objekte und dient als Forschungszentrum der Stammesmitglieder. Das Zentrum gilt auch als architektonisches Schmuckstück, da es sich perfekt in die Wüstenlandschaft und die Geschichte des Stammes einfügt. Es erinnert mich vor allem an den grossen Ballspielplatz der prehistorischen Siedlung Snaketown, welcher allerdings wahrscheinlich kein Ballspielplatz sonder eher ein Platz für zeremonielle Tänze war. Das Sharaton Wild Horse Pass Resort and Spa (Foto: m. freundlicher Genehmigung von A.L.) bietet 500 Hotelzimmer, Restaurants, Bars und einen Golfplatz (zusätzlich zum Toka Sticks Golfplatz). Der Stamm verfügt auch über seine eigene Telekommunikationsfirma, welche seit 1989 Telefon- und Datenübertragung im Reservat anbietet.

 Auch hier handelt es sich um das ursprüngliche Siedlungsgebiet der Pima, die mit den Weissen für das Zurückdrängen der Apachen gekämpft hatten. Leider hat man ihnen über die Jahre das Wasser soweit abgegraben, dass der Stamm nicht mehr seiner ursprünglichen Bebauung von Feldern nachkommen konnte und in die Armut abgetrieben wurde. Durch Eingreifen der Regierung konnte dieser Zustand teilweise wieder rückgängig gemacht werden. Von 1942 bis 1945 wurden im Reservat zusätzlich 13.000 japanische Amerikaner in Gefangenenlagern gehalten und sorgten so zusätzlich für eine Belastung der ohnehin spärlichen Wasservorkommen. Vereinzelt kann man heute noch sogenannte "Sandwich Houses" sehen, Häuser aus Lehm und Brettern, die ohne Wasser- und Elektrizitätsanschluss sind. Die grösste Ansiedlung, Sacaton, wird aber bestimmt durch die Reihen der von der Regierung gestellten Fertighäuser.

Die Pima sind wahrscheinlich Nachkommen der prähistorischen Huhugam oder Hohokam-Kultur, die dieses Gebiet bewässert haben und Ackerbau betrieben. Südlich des Reservats sieht man noch heute die Ruinen von Casa Grande (grosses Haus) zu denen die Pima heute freien Eintritt haben. Snaketown ist eine andere Siedlung aus der Hohokam-Kultur. Sie ist jedoch heute ein Friedhof und für nichteingeladene Weisse gesperrt.  Die Pima hatten schon früh Kontakt mit Weissen, als die spanischen Missionare im 16. Jahrhundert in ihr Gebiet kamen. Um 1840 zogen Soldaten und sogenannte "49ers" zu den Goldfeldern in California durch ihr Gebiet und brachten grundlegende Änderungen für den Lebensstil der Pima. Mit den Maricopa bildeten sie einen militärischen Verbund um Weisse vor Angriffen anderer Indianerstämme, wie den Apachen, zu schützen.

Die Maricopa gehören zu den kleinsten Stämmen der U.S.A.  Ein Teil von ihnen lebt im Nordwesten des Gila River Reservats (im sogenannten Distrikt 7), ein anderer im nahen Salt River Reservat. Sie stammen von den Yuman Gruppen der Kavelchadom, Kahwan und Halyikwama ab. Die im Salt River Reservat lebenden Maricopa stammen von der Yuman Gruppe der Halchidhoma ab. Ursprünglich lebten sie am Colorado River. Sie wurden jedoch im Laufe der Zeit in Richtung des Gila Rivers abgedrängt.  Trotzdem sie heute friedlich mit den Pima in einem Reservat leben, bilden sie eigenständige Gemeinschaft. Pee-Posh Kultur und Bräuche werden heute in der Estrella Mountain Tanzgruppe am Leben gehalten.

Havasupai

Das mit Sicherheit am spektakulärsten gelegene Reservat im Herzen des Grand Canyon. Es ist auch eines der am schwierigsten zu erreichenden Reservate, wenn man einmal vom Helikopterflug absieht. Stundenlanges Wandern ist erforderlich um in die Tiefen des Reservats abzusteigen. Einige hundert Stammesangehörige leben hier zurückgezogen vom Leben oberhalb des Canyonrandes. Viele Touristen finden den Weg hierher und verbringen einige tolle Tage im Stammeshotel oder am Campingplatz neben den weltbekannten Wasserfällen, die durch ihre blau-grüne Farbe für den Namen der Havasupai (Havasuw `Baaja) gesorgt haben - people of the blue-green water.

Die Havasupai sind Nachkommen der dreizehn Untergruppen der Pai. Ihr Reservat wurde 1880 gegründet und ihre ursprünglichen  Jagdgründe wurden immer wieder von Minengesellschaften, Viehzüchtern und anderen offiziellen Stellen der U.S. Regierung in Gefahr gebracht.

Hopi

Zwar relativ gut erreichbar, aber als Weisser nicht unbedingt immer willkommen zeigt sich das Reservat der Hopi in mitten der Navajo Nation. 13 Hopi Dörfer liegen teilweise seit vielen hundert Jahren auf drei Mesas (flache und relativ steile Erhöhungen), welche Ausläufer der Black Mesa sind.  Wie schon die spektakuläre Lage ihrer Dörfer, so trotzen die Hopi seit Jahrhunderten dem Einfluss der Spanier, der Amerikaner und nun auch der Touristen. Neben den Pueblodörfern von New Mexiko sieht man hier die meisten Verbotsschilder, an die man sich besser hält. Hopi Kunst, wie Kachina-Schnitzereien, Silberschmuck und Töpferei gehören zu der angesehensten und teuersten Kunst im Land. Sehenswert sind auch die Kachina Tänze die während des ganzen Jahres stattfinden. Da es sich hier um religiöse Zeremonien handelt ist dementsprechendes Verhalten seitens der Zuschauer dringend erforderlich.

Hopi Dörfer werden zum grossen Teil unabhängig von der Stammesregierung verwaltet. Schon in der Vergangenheit kam es zu Streitigkeiten zwischen den Dörfern bzw. sogar zur Teilung bzw. zur Neugründung von Dörfern. So gründeten sich 1906 nach einem Streit die Dörfer Hotelvilla, Bacabi und New Oraibi (Kyakotsmovi) aus dem ursprünglichen Dorf Oraibi, welches auf der dritten Mesa liegt. Heute gibt es zwei Lager unter den Stammesmitgliedern. Die Traditionalisten, die für die Beibehaltung überlieferter Werte und Gesetze stehen und die Progressiven, die sich für eine Öffnung der Kultur und Lebensweisen einsetzen.

Streit gab es auch seit langem zwischen Hopis und Navajos bezüglich dem Grenzverlauf und Siedlungsverhalten im 1882 gegründeten Reservats. Dabei kam es zu einer der grössten Umsiedlungsaktion und jahrelangen gerichtlichen Auseinandersetzungen.  Um die Zwangsumsiedlung von Navajos durchzusetzen war es den auf der "falschen" Seite des Reservats lebenden Navajos zum Beispiel nicht erlaubt ihre Lehm- oder Holzhäuser (hogans) nach strengen Wintern oder Regenfällen auszubessern oder neue Häuser zu bauen.

Hualapai

Ein paar tausend Hualapai leben hier am Rande des Grand Canyons neben ihren Nachbarn, den Havasupai's. Ebenso abgelegen, aber nicht so schwierig zu erreichen, ist das Reservat im Norden von Arizona ein Ort der Viehzucht, Forstwirtschaft und des Tourismus. Eine gute Adresse für Wildwasserfreunde. Durch die abgeschiedene Lage, entlang der bekannten U.S. Route 66, haben die Hualapai mit teilweise 80% Arbeitslosigkeit und bis zu 80 km langen Schulwegen zu kämpfen.

Die Hualapai, oder Walapai (Hwal `Bay), gehören zur Pai Gruppe der Yuman Sprachgruppe. Aus den einstigen Jägern und Sammlern wurden Mitte des 19. Jahrhunderts billige Minenarbeiter. 1896 war die traditionelle Lebensform des Stammes zerstört.   Nach einigen Kriegen wurden die Hualapai für zwei Jahre im Colorado River Reservat untergebracht, jedoch wurde 1883 das gegenwärtige Reservat gegründet.

Kaibab Paiute

Das nördlichste Reservat von Arizona, an der Grenze zu Utah und durch die Umgehung des Grand Canyons eines der am entferntest liegenden Gebiete. Ein paar Hundert Mitglieder der Kaibab Paiute, einer Untergruppe der Paiute leben hier.

Navajo

Immer grösser wird die Navajo Nation platzmässig und mitgliedermässig. Auf die 300.000 zugehend ist dies einer der mitgliederstärksten Stämme der U.S.A. Das Reservat ist das grösste in der U.S.A. und erstreckt sich von Arizona über Utah und New Mexiko. Ebenso unterschiedlich sind die Landschaften im Reservat, welche Wüsten, Berge, Canyons, Wälder und Seen einbeziehen. Eine Reihe von Naturschönheiten und Veranstaltungen lohnen einen ausgedehnten Besuch im Land der Dine, wie sich die Navajo in ihrer weitverbreiteten Sprache selbst nennen. Navajo's sind mir persönlich als einer der gastfreundlichsten Stämme in Erinnerung und ein Auseinandersetzen mit ihrer interessanten Geschichte und Kultur ist empfehlenswert. Das Lesen der dine bahane, der Entstehungsgeschichte des Stammes, hilft einem zum Verständnis dieser Kultur. 

Viele Navajo's leben ausserhalb des Reservats und leben daher in zwei Welten. Viele von ihnen sind zu tiefst mit der Natur und den Zeremonien des Volkes verbunden und ein Leben ausserhalb der heiligen vier Berge wird oft als ein "aus der Balance geworfenes Leben" gesehen. Der Alkoholmissbrauch in und ausserhalb des Reservats ist eines der Zeichen dieser fehlenden Harmonie. Navajo Zeremonien wie der Blessing Way oder die im Winter stattfindenden Yeii Bi Cheii Tänze sind Teil einer intakten Lebensordnung. Selbst die Musik wird in der Regel nicht vor November gespielt. Ich konnte selbst an Yeii Bi Cheii Tänzen, welche die ganze Nacht durchgehen, teilnehmen und empfinde sie als eines der beeindruckendsten Erlebnisse meines Lebens. 

Trotz der Grösse und des Einflusses des Navajo Volkes lebten bis 2007 einige Stammesmitglieder unter den schlechtesten Bedingungen des Landes, wegen eines Gesetzes, genannt "Bennett Freeze", welches den Bewohnern eines Landstriches nördlich der Ortschaft Tuba City verbot ihre Häuser zu reparieren oder zu erneuern. Dies alles geschah, wegen Landstreitigkeiten zwischen Navajo und Hopi. Dieses Gesetz wurde nun endlich im Oktober 2006 durch einen Vertrag zwischen Navajo und Hopi Führern zu den Akten gelegt und erlaubt nun 70- und 80jährigen Navajo's fliessendes Wasser und Elektrizität in ihren Häusern zu bekommen. 

Pascua-Yaqui

Etliche tausend Pascua Yaqui leben südlich und westlich von Tucson eingebettet in eindrucksvolle Berg- und Kakteenlandschaften, besonders berühmt für die nur hier vorkommende Kakteenart der Saguaros. Auch hier gibt es viele Verhaltensvorschriften, speziell während kultureller und religiöser Veranstaltungen, so zum Beispiel an Ostern. Die Heimat der Yaqui war ursprünglich in Sonora, Mexico, wo sie im 17. Jahrhundert auf 25.000 geschätzt wurden. Nach 1938 flohen viele von ihnen über die Grenze nach Arizona. Dabei galten sie offiziell als Ausländer. 1978 unterzeichnete Präsident Jimmy Carter ein Gesetz welches ein von der U.S. Regierung anerkanntes Reservat schuf und es den Yaqui in der U.S.A. erlaubte Mitglieder des Stammes zu werden. Eine grössere Ansiedlung der Yaqui gibt es in Guadalupe, einem Vorort von Phoenix, der sich erst nach näherem Hinsehen als indianische Siedlung herausstellt. In seiner Nachbarschaft gibt es eines der grössten Einkaufszentren im Grossraum von Phoenix. In Guadalupe gibt es auch eine wunderschöne Missionskirche zu sehen, die leider von Weissen nicht fotografiert werden darf, obwohl es auch hier Unterschiede zwischen Weissen Touristen und Weissen Offiziellen gibt.  Der Rest der hier lebenden Yaqui verteilt sich auf die anderen Vororte wie Chandler und Scottsdale.  Die Pascua Yaqui sind ausserdem für ihren deer dance bekannt, von dem ebenfalls fast nie Bilder erlaubt werden.

Salt River

Der volle Name des Reservates ist Salt River Pima-Maricopa Indian Community und es liegt fast eingeschlossen von Vororten östlich der Metropole Phoenix. Beim Landeanflug auf Phoenix ist es durch seine klar abgezeichneten Grenzen von Häusern des Vorortes Scottsdale und auf der anderen Seite durch Wüste bzw. Ackerlandschaft erkennbar. Heute bildet der 101 Highway eine Mauer zwischen Scottsdale und dem Reservat. Einige tausend Stammesmitglieder der Pima und Maricopa (siehe Gila River Reservat) leben hier und arbeiten meist in den Vororten von Phoenix. Der Stamm hat ausserdem Einnahmen durch das Leasing und Verkaufen von Land für Autobahnen, Einkaufszentren sowie die Aufnahme von Abfall der weissen Bevölkerung zu verzeichnen. Die "Pavilions" bilden mit einem 140 Acre grossen Einkaufszentrum das grösste kommerzielle Unternehmen, das je auf Indianerland gebaut wurde.  Das Reservat ist Gastgeber des Red Mountain Eagle Pow Wow's  im November welches durchaus sehenswert ist und keine lange Fahrten durch die Wüste erfordert (wenn man schon mal in Phoenix ist). Im Osten des Reservats bietet man Freizeitbetätigungen wie Fischen oder Wildwassertouren an. Ein Besuch im Hoo-Hoogam Ki Museum vermittelt einen Eindruck von Geschichte und der Kunst der Pima und Maricopa. Die geflochtenen Körbchen erzielen dabei astronomische Preise sind aber auch kleine Meisterwerke der Flechtkunst. Pima Körbchen sind allerdings nun so selten geworden, dass man sie sofort der Stammessammlung hinzufügt, so wurde mir 2007 im Museum mitgeteilt. Die zum Verkauf stehenden Körbchen sind ausnahmslos von Tohono O'Odham gefertigt, was ihren Preis nicht mindert. Ende der 90er Jahre kamen dann auch zwei Casinos und ein Golfplatz dazu.

Im östlichen Teil des Reservats hat man einen guten Ausblick auf den ursprünglichen Zustand des Landes, die Wüste und den heiligen Berg der Pima - Red Mountain . Das Stammessymbol ist das sogenannte "Man in the Maze" und beschreibt die Windungen des Lebens und die Wahlmöglichkeiten seine Träume und Ziele zu verwirklichen bis man an seinem endgültigen Punkt angekommen ist.

San Carlos Apache

Eine sehr umstrittene Gegend für ein Indianerreservat welche in der Vergangenheit zu vielen Auseinandersetzungen zwischen Apachen und Armee geführt hat. Hier war Geromino eine kurze Zeit zuhause bis er wieder dieser Wüste in seine eigentliche Heimat im Süden entfloh. Weit über 10.000 Apachen (Nné) leben hier in einer Mischung aus Berg und Wüstenlandschaft. Das Aufstauen des Gila Rivers (welches das Wasser für die Pima abgegraben hatte) zum San Carlos See, sorgt für Einnahmen aus Fremdenverkehr, Fischen, Jagen und Wandern.

San Juan Southern Paiute

Wenn man dieses Reservat nicht kennt, verpasst man es fast. Es liegt mitten im Navajo Reservat bei Tuba City im Westen der Navajo Nation. Die San Juan Southern Paiute (Nuwuvi) lebten hier seit Jahrhunderten und wurden beim Aufteilen des Reservats für Navajos und Hopis fast vergessen.  Der Stamm wurde erst 1989 von der U.S. Regierung anerkannt. Bekannt sind die San Juan Southern Paiute für ihre Korbflechtarbeiten.

Tohono O'Odham

Über 24.000 Stammesmitglieder der Tohono O'Odham (desert people), früher auch als Papago bekannt, leben in einem riesigen Reservat an der mexikanischen Grenze im Süden von Arizona, welches 2,76 Millionen Morgen Land umfasst (die Grösse des Bundesstaates Connecticut). Die Wüstenlandschaft mit hohen Temperaturen ist eingebettet in verschiedene bizarre Bergketten. Ausserhalb des Reservats, aber stammesmässig angeschlossen liegt die Mission San Xavier del Bac, die 1700 gegründet wurde und als Weisse Taube der Wüste bekannt ist. Südwestlich von Tucson ist sie ein beliebtes Ausflugsziel und ein gutes Beispiel für die Architektur Spanischer Missionen. Ebenso zum Gebiet der Tohono O'Odham gehört das Gila Bend Reservat, welches 1882 gegründet wurde.

Der Stamm ist ebenso wie die Pima bekannt für seine künstlerischen Korbflechtarbeiten, welche u.a. auch von der Tohono O'Odham Basketweavers Organization in Sells verkauft werden.  80-90% der erzielten Preise gehen dabei an die Künstler selbst, was man von den vielen Kunstgalerien in Phoenix nicht behaupten kann. Den besten Überblick über das Reservat und die Wüstenlandschaft hat man von Kitt Peak, im Osten des Reservats, auf dem sich eine der besten Sternwarten des Landes befindet. Von dort kann man auch Baboquivari Peak sehen, die mythologische Heimat von I'itoi, dem Schöpfer der Tohono Weltordnung.

Tonto Apache

Nur 85 acres gross ist dieses Reservat erst 1972 ausserhalb von Payson, Arizona gegründet worden. Die Hauptattraktion ist das Stammescasino. Es gibt nur etwas über 100 Stammesmitglieder dieser Apachen Untergruppe.

Yavapai-Prescott

1935 wurde dieses Gebiet zum Reservat erklärt nachdem sich die Yavapai im ursprünglichen Fort Whipple niederliessen. Der Stamm hatte bis 1988 eine interessante Regierung mit der Fortsetzung der traditionellen Führungsform. Die Witwe und schliesslich deren Töchter regierten den Stamm nach dem Tode von Häuptling Sam Jimulla weiter.

Etwas mehr als hundert Yavapai leben innerhalb der Stadtgrenzen von Prescott, Arizona in einer mit Niedrigwald bewachsenen und felsigen Berggegend im Herzen von Arizona. Hotel und Casino und Einkaufszentrum stellen die Haupteinnahmequellen dar.

 

 

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