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California
Als im 18. Jahrhundert die ersten Weissen nach California kamen fanden sie eine Vielzahl von Völkern und mehr als 65 verschiedene Sprachen vor. Die indianische Bevölkerung Californias ist heute auch noch vielfältiger als die anderer Bundesstaaten. Auch wenn der Kontakt mit den Europäern erst spät einsetzte, so waren die Auswirkungen auf die Indianer hier wesentlich schneller und drastischer zu spüren als anderswo. Die Spanier begannen 1769 mit dem Bau von 21 Missionen entlang des sogenannten "Camino Real", einer Strecke von mehr als 800 Kilometern. Die Indianer wurden zum Christentum bekehrt, während die Krankheiten der Weissen mit jeder Welle jedes Mal Hunderten von Indianern das Leben kostete. Auch wenn man heute die Missionskirchen als sehenswerte Touristenattraktionen besuchen kann und die Kirche als schützende Funktion für die Indianer dargestellt wird, sollte man nicht vergessen, dass diese Kirchen durch die harte Arbeit der Eingeborenen erbaut wurden und heute Tausende unbekannter Indianer in deren Friedhöfen ruhen. Nachdem 1849 Gold in California gefunden wurde, überrannte man das Gebiet und dessen indianische Bevölkerung. In nur 25 Jahren hatte man sie fast ausgerottet. In einigen Berichten wird davon gesprochen, dass man die Indianer wie Wild jagte und abknallte oder als Sklaven nahm. Es gab nur 7 grössere Reservate, die zwischen 1853 und 1887 gegründet wurden. Heute sind davon nur vier grössere Reservate übriggeblieben. Im frühen 20. Jahrhundert hat man kleine "Racherias" hinzugefügt, von denen viele in den 60er Jahren wieder aufgelöst wurden. Heute leben über 300.000 Indianer in California. Indianische Veranstaltungen und Pow Wow's in California sind meist hoffnungslos überfüllt. Man sieht buchstäblich den Indianer vor lauter Weissen nicht. Southern California's Indian Center, Inc. führt jährlich ein grossangekündigtes Pow Wow in Costa Mesa durch. Für die Benutzung von Kameras muss für jedes Gerät eine eigene Erklärung ausgefüllt werden, dass die Verbreitung von Fotos und Filmen verbietet. Jede Kamera wird mit speziellen Aufklebern gekennzeichnet. Reservate und Stämme:Agua CalienteDie Hälfte des Wüstenortes Palm Springs liegt im Agua Caliente Reservat*, welches für die Agua Caliente Band of Cahuilla Indianer geschaffen wurde. Es umfasst über 23.000 Acres und wurde 1896 geschaffen. Es gibt ca. 250 Stammesmitglieder, die heute zu den reichsten Indianern Nordamerikas gehören. Sie haben ihre Sprache, Lieder und traditionelles Essen und Kochen bewahren können. Der Stamm betreibt Touristikunternehmen, die Interessierte mit der Kultur des Stammes vertraut machen und bietet Ausflüge in die historischen Canyons des Stammes* an. (*Pictures courtesy and copyright M. Besler) BaronaIm Barona Reservat, durch welches man auf dem Weg nach San Diego von Osten kommend fährt, wohnen die Nachfahren der Kumeyaay (siehe unten). Ein lukratives Casino sorgt für das Auskommen der heute ca. 400 Stammesmitglieder (2003). Während die Kumeyaay in diesem Gebiet zur Zeit der Spanier und Mexikaner noch an ihrem Land festhalten konnten änderte sich die Situation drastisch mit der Übernahme durch die Vereinigten Staaten im Jahre 1848. California erlaubte die Ausbeutung von Indianern und den Verkauf von Indianern als Arbeitskräften. Viel des urspünglichen Stammesgebietes wurde von Weissen zu dieser Zeit übernommen, ohne dass das Gesetz von California es Indianern erlaubte dagegen zu klagen. Die Barona Ranch wurde vom Stamm 1932 gekauft (!!!) nachdem das ursprünglich eingerichtete Reservat "El Capitan Grande" von der Stadt San Diego für den Bau eines Staudammes beschlagnamt wurde. Der Stamm war später der erste in der Gegend um San Diego, welcher ein Casino eröffnete. Cabazon Band of Mission IndiansDie Mitglieder der Cabazon Band of Mission Indians sind direkte Nachkommen der Desert Cahuilla Indianer, benannt nach ihrem Anführer Cabazon. Die um 1840 ins Gebiet strömenden Weissen (im Gegensatz zu den Mexikanern) nannten die Indianer hier "Mission Indians" auch wenn die Cabazon Indianer nie unter die Kontrolle der spanischen Missionen fielen. 1876 wurde das Cabazon Reservat nahe der Stadt Indio von President Grant gegründet. Anfangs lebten dort noch etwa 600 Stammesmitglieder, bis der Bau der Eisenbahn und heute der Autobahn 700 acres ihres 2400 acres umfassenden Gebietes beanspruchte. Heute gibt es etwa 50 Mitglieder des Cabazon Stammes. Sie besitzen ca. 1450 acres Land, welches sich auf Landparzellen von über 16 Meilen verteilt. Ein Casino und verschiedene Firmen sorgen heute für Einnahmen des Stammes. Colorado RiverDas Reservat der Mohave und Chemehuevi liegt zum grössten Teil in Arizona und wird dort beschrieben. ChemehueviMit über 30.000 Acres Land liegt das Reservat westlich des Colorado Tals. Etwa 500 Stammesmitglieder bestreiten ihren Lebensunterhalt hier am Colorado und dem Havasu See mit Tourismus und Leasing Aktivitäten. Die Chemehuevi sind die südlichste Gruppe der Paiutes und verwandt mit den Paiute von Nevada. Mitglieder des Stammes leben ausserdem im Morongo, Cabazon, Agua Caliente und Colorado River Reservat. Fort MojaveDie Mojave, oder Hamakhava (people who live along the river), leben in einem über 23.000 Acre grossen Reservat, welches sich über Flächen von California, Arizona und Nevada erstreckt. Casino und Tourismus bilden die Einnahmequellen des Stammes. Die Gegend am Colorado gehört zu den heissesten Landstrichen der U.S.A. mit Temperaturen im Sommer von teilweise über 50 Grad Celsius. Fort YumaDas Reservat liegt am Colorado und erstreckt sich über die Grenze von Arizona. Die hier beheimateten Quechan sind eine Gruppe der Yuman Stämme. Es leben hier ca. 2500 Stammesmitglieder. Trotzdem es hier nur Wüste gibt, kämpften die Quechan lange für ihr eigenes Reservat. Jährliche Hochwasser veränderten immer wieder den Flusslauf, welcher als Reservatsgrenze festgelegt wurde. Die Frage kam auf, ob sich mit einem geänderten Flusslauf auch die Fläche des Reservats ändert oder nicht? Der Stamm war immer ein kriegerisches Volk und kämpfte lange gegen die Papago und Apachen, später gegen die Spanier und hielt die Weissen bis 1840 aus ihrem Territorium fern. Bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts machten die Quechan immer wieder auf ihre missliche Lage durch Strassenblockaden aufmerksam. Teile des alten Fort Yumas stehen noch und sind von der Autobahn von Arizona nach California aus zu sehen. Der Stamm lebt heute vom Ackerbau und dem Tourismus. Westlich des Reservats findet man grosse Sanddünen, die heute als Freizeitpark genutzt werden. Graton Rancheria Am 27. Dezember 2000 gelang dem Stamm der Coast Miwok (Federated Indians of Graton Rancheria) die Wiederanerkennung durch die U.S. Regierung. Diese wurde 1958 aberkannt. Das traditionelle Stammesgebiet liegt etwas nördlich von San Francisco im Marin County und dem südlichen Sonoma County (wo der Wein angebaut wird). In 2001 gab es 450 eingeschriebene Mitglieder. 80% der ursprünglichen Bevölkerung war durch die Ausbreitung der Nicht-Indianer bis 1910 ausgerottet worden. Hoopa Valley1876 wurde dieses Gebiet in den Bergen an der Küste im nördlichen California gegründet. Es ist mit 87.000 Acres Fläche das grösste Reservat im Bundesstaat. Die ca. 4000 Hoopa haben es geschafft zehn der ursprünglich 13 Dörfer zu erhalten. Eines ihrer religiösen Zentren, das über 5000 Jahre als ist, wird noch immer genutzt. Die Hoopa zeigen überraschende Erfolge in der Erhaltung ihrer Kultur, halten heute noch alte Tänze, wie den "White Deerskin Dance" und den "Jump Dance" ab und verfügen über ein Stammesmuseum in dem Ort Hoopa. Rodeos, Pow Wow's und andere Feierlichkeiten finden das ganze Jahr über statt. Kumeyaay NationDie Kumeyaay Nation oder Diegueño sind der grösste Stamm in San Diego mit 18 Gemeinden in California und Mexico. 12 davon liegen allein im Bezirk von San Diego. Im Barona Reservat kann man im Museum archäeologische Gegenstände sehen, die bis 8000 v. Chr zurückreichen. Teil der Kumeyaay als Teil der Yuman Stämme waren die PaiPai, Kiliwa, Cocopa, Mohave, Maricopa, Quechan, Yavapai, Havasupai, Hualapai. Die Kumeyaan Nation verteilt sich heute auf die Rancherias und Reservate von Barona (siehe oben), Campo, Capitan Grande, Cuyapaipe, Inaja, Jamul, La Posta, Manzanita, Mesa Grande, San Pasqual, Santa Ysabel, Sycuan (siehe unten) und Viejas. Morongo Band of Mission IndiansIm Morongo Reservat leben die Angehörigen der Cahuilla Band of Mission Indians. Im Reservat gibt es das älteste Indianer Museum von California, das Malki Museum, welches Kunst und historische Gegenstände der San Gorgonio Indianer ausstellt. Museum und Reservat liegen entlang des U.S. Highway's 10, etwa 20 Meilen ausserhalb von Palm Springs. Seit dem späten 19. Jahrhundert leben hier Mitglieder der Cahuilla, Serrano, Luiseño und Cupeños. Inzwischen betreibt der Stamm ein lukratives Casino entlang des Highways. Im November 2004 eröffnete der Stamm ein 250 Millionen Dollar schweres Resort Hotel mit 23 Stockwerken, welches schon von weitem in der Wüstengegend sichtbar ist. Die Lage am Highway ist sicherlich auch der Grund, dass der Stamm eine grosse Tankstelle, Restaurants und nun auch ein riesiges "outlet" Einkaufszentrum betreiben kann. Die Einnahmen des Stammes werden nicht nur innerhalb des Stammes verwendet, sondern werden auch in grosszügigen Spenden weitergegeben. So haben die Morongo Indianer nach den verheerenden Waldbränden im Oktober 2003 eine Million Dollar an Organisationen wie das Rote Kreuz gespendet um dem Opfern des Feuers zu helfen. Die outlet Mall ist übrigens klasse. Die Preise auch! Pala Band of Mission IndiansNördlich des verschlafenen Städtchens Pala befinden sich ein paar der San Diego County Reservate in denen die Cupeños (Cupas) oder auch Kuupangaxwichem leben (übersetzt etwa die Leute die hier geschlafen haben). Die Cupa gehören zu den kleinsten Stämmen überhaupt in California, aber sie haben es geschafft ihre Sprache und Kultur zu bewahren. Sie besitzen ebenfalls ein Kultur Zentrum in dieser Gegend. Der andere Stamm, welcher zu den Pala Band of Mission Indians gehört, sind die Luiseño. Weitere Rancherias, in welchen Luiseño leben, sind die von La Jolla, Pauma, Pechanga und Rincon. Die Luiseño lebten ursprünglich auf 1500 Quadratmeilen des kalifornischen Küstengebiets, zu dem auch das Gebiet um den San Luis Rey Fluss und das des heutigen Reservats gehörte. Ursprünglich wurden 5 kleine Reservate für die Luiseño geschaffen. Die Cupeños wurden 1903 zwangsumgesiedelt und lebten davor nahe der Stadt Warner Springs, ca. 25 Meilen südöstlich des heutigen Reservats. Heute leben etwa 1000 Cupeños in Pala und im Morongo Reservat. Picayune RancheriaErst nachdem der Stamm der Chuckchansi die Vereinigten Staaten auf Wiederanerkennung verklagte wurde in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts dieses Reservat geschaffen. Das Stammeszentrum wurde 1987 eröffnet. Redding Rancheria In dem kleinen ca. 31 Acres umfassenden Reservat der Redding Rancheria leben Angehörige der Wintu (oder Wintun), Pit River und Yana. Die Stammesorganisation wurde 1985 von der Regierung der U.S.A. als Souveräne Nation anerkannt. Seit 1993 gibt es dort ein Casino, Mini Markt und Hotels, was sich positiv auf die Gesundheitsversorgung und Bildung ausgewirkt hat. 2003 lebten dort rund 261 Stammesmitglieder. Zusätzlich versuchen die Wintun sich als eigenständiger Stamm anerkennen zu lassen (Stand 2003). Die Geschichte des Stammes soll bis 2004 in einem eigenen Museum des Turtle Bay Exploration Parks gezeigt werden. Von den einst 34.000 Stammesmitgliedern sind bis zum Ende des 19. Jahrhunderts nur 200 übriggeblieben. Sie wurden durch Krankheiten, Krieg und Umsiedlung dezimiert und haben sich bis heute auf ca. 1500 erhöht. Sie leben heute in der Gegend von Redding. Round ValleyCalifornia's Beitrag zum "Marsch der Tränen". Hier wurden 1870 sechs grössere Stammesgruppen, die Yuki, Pit River, Pomo, Concow, Wailaki und Nomlachi zusammengefasst. Auch Mitglieder kleinerer Stämme wurden hierher umgesiedelt. Das Reservat liegt im nördlichen California, östlich der Autobahn 101. Shasta NationDie Shasta Nation ist gegenwärtig um Anerkennung der ca. 1300 Stammesmitglieder bemüht. Das ursprüngliche Gebiet der Shasta Nation setzte sich aus sieben Hauptgruppen zusammen, deren Namen aus Flussnamen des nördlichen California und südlichen Oregon stammen. Dazu gehören die Kahosadi - Rogue River, Kamatwa - Upper Klamath River, Ahotireitsu - Shasta River, Iruaitsu - Scott River, Konomihu - Salmon River, New River Shasta, Okwanuchu vom Squaw Creek, McCloud River und Upper Sacramento River. Weitere zwei Untergruppen bilden nun ihre eigene politische Einheit, die Achomawi und Atsugewi - Pit River. 1851 wurde mit 13 Häuptlingen der Upper Klamath, Shasta und Scott River Indianern bei Fort Jones ein Vertrag ausgehandelt in dem man sich auf ein Reservat einigte. Der Vertrag wurde nie von der Regierung ratifiziert. Nach den Verhandlungen gab es eine Grillfeier bei der das Fleisch und Brot mit Strychnin vergiftet wurden. Tausende von Indianern feierten und starben an dem vergifteten Essen. Was das Essen nicht umbrachte wurde von den Weissen daraufhin abgeschlachtet und verbrannt. Danach kam es noch zu weiteren Verträgen bei denen die Stämme auf verschiedenen Reservaten untergebracht wurden. Heute arbeiten 90 Prozent der Shasta in der Forstindustrie. SycuanÖstlich der Vororte von San Diego liegt dieses landschaftlich schöne Reservat. Es besteht aus über 600 Acres Land. Die hier lebende Gruppe der "Sycuan Band of Mission Indians" gehört zur grösseren Gruppe der Kumeyaay, eines der ersten Stämme, die sich in California niederliessen. Sie haben einige ihrer alten Traditionen bewahrt während sie vorsichtig neue Wege gehen und ein Casino eröffnet haben. Table Bluff ReservationIm Table Bluff Reservat, 16 km südlich der Stadt Eureka leben die Nachkommen der Wiyot auf ca. 88 acres. Ursprünglich in diesem Gebiet beheimatet fand hier 1860 eines der vielen Massaker an der Urbevölkerung von Kalifornien statt. Siedler überfielen und massakrierten ca. 200 Stammesmitglieder in der Siedlung von Tuluwat und anderen Dörfern nachdem die Indianer eine ihrer wichtigsten Zeremonien, die Welterneuerungs Zeremonie, durchgeführt hatten. Von den im Jahre 1850 geschätzten 1500-2000 Wiyot gab es 1910 noch circa 100. Nach dem Massaker musste die U.S. Armee die Überlebenden vor den Siedlern schützen und so wurden sie schliesslich im Klamath River Reservat in Oregon eingesperrt, von wo aus sie dann in verschiedene Reservate gingen. Im Jahr 2000 kauften Nachfahren dieser Wiyot ein kleines Stück ihres eigenen Landes auf einer Insel im Fluss von Eureka zurück. Am 18. Mai 2004 allerdings wurde ihnen von der Stadtverwaltung von Eureka weitere 40 acres, welche als traditionelles Zentrum ihrer Welt gelten, zurückgegeben. Auf dem sogenannten indian island wird wohl bald wieder getanzt werden und die Kultur der Wiyot aufrechterhalten. Im Jahr 2004 gab es ca. 300 eingeschriebene Stammesmitglieder.Tule River1873 wurde dieses Reservat für den "Tule River Tribe of Yokut Indians" geschaffen. Es besteht aus über 55.000 Acres Wald- und Flusslandschaft in den Sierra Nevada Bergen und ist fast ganz umgeben vom Sequoia National Wald. Der Stamm lebt vom Tourismus im Sommer und Winter und organisiert jährlich ein grosses Pow Wow in Porterville zu dem mehrere hundert Tänzer erscheinen. Andere Reservate und Stämme in California (aber keine komplette Liste):
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