Montana

Reservate und Stämme:

Blackfeet

Die Blackfeet bestehen aus vier verwandten Stämmen zu denen die Piegan oder Pigunni in den U.S.A. und die Northern Piegan, Bloods und Blackfeet von Canada gehören.

Das 1.6 Millionen Acres grosse Blackfeet Reservat befindet sich im äussersten Norden von Montana. Das Gebiet grenzt an die Rocky Mountains und den Glacier National Park und dehnt sich nach Osten auf die Plains aus. Überall in dieser Gegend sieht man die farbenprächtigen Tipi's der Blackfeet in saftig grünen Wiesen oder an Flussufern stehen. Bedingt durch den angrenzenden Park, der Grenze zu Canada und einigen geschützten Wildnis-Gebieten leben die Blackfeet in einem landschaftlich reizvollen Gebiet. Es gibt Seen und Flüsse mit Campingplätzen, die so idyllisch liegen, dass man sich fast in die guten alten Tage des Stammes zurückversetzt fühlt. Die Blackfeet bieten dementsprechende Touren an, die auch einen Besuch eines der grössten und am besten erhaltenen Bison Jump Sites ermöglichen, also den Stellen, an denen Bisons erlegt wurden, indem man sie über einen Abhang trieb. Head Smashed-In Buffalo Jump ist eines der von der UNESCO zur World Heritage Site erklärten Gebieten.

Browning ist die Hauptstadt der ca. 8000 Blackfeet im Reservat und etwa der gleichen Anzahl von Indianern die ausserhalb des Reservats leben. Der Ort bietet eines der besten Stammesmuseen, das Museum der Plains Indianer und ist jährlich am 2. Wochenende im Juli Veranstaltungsort der North American Indian Days, eines der grössten indianischen Treffen in den U.S.A.

Crow

Ursprünglich in den Wäldern des amerikanischen Nordostens beheimatet, wanderten die Crow im frühen 19. Jahrhundert in die Plains weiter und nahmen die Kultur der hier lebenden Stämme an. Sie nennen sich selbst "Absaroka", was soviel bedeutet wie "children of the large-beaked bird".  Historisch werden sie mit den Hidatsa assoziiert.   Das Reservat, nahe der Stadt Billings, wurde 1851 errichtet und 1888 verkleinert. Ca. 5000 der über 8000 Crow leben hier zusammen mit etlichen tausend Nicht-Indianern, die Land im Reservat gekauft haben. Die Crow leben von Viehzucht und Agrarwirtschaft und verfügen auch über Einkommen durch Leasingabkommen mit Minen.

Sie waren ursprünglich Feinde von Blackfeet, Sioux und Cheyenne und kämpften als Scouts auf der Seite der Weissen. Chief Plenty Coups war einer der einflussreichen Häuptlinge des Stammes im 20. Jahrhundert und in Washington so bekannt und akzeptiert, dass er seinen Einfluss direkt mit der Regierung statt mit der Reservatsverwaltung geltend machte. Heute erinnert im westlichen Reservatsteil ein Museum und Park an ihn.  Das Reservat bietet aber auch sonst noch Sehenswürdigkeiten wie den Bighorn Canyon und Bighorn Fluss, das Little Bighorn National Monument, bei dem Custer seine letzte Begegnung mit den Sioux und Cheyenne hatte. Bei einer Rundfahrt durch das Gelände kann man sich über den ungefähren Ablauf der Schlacht informieren. Im Crow Reservat wird jährlich im August die Crow Fair ausgetragen.  Dieses Pow Wow ist eines der grössten Feste mit täglicher Parade der Crow zu Pferde und einigen der besten Tanzwettbewerbe. Crow Tänzer, mit ihrem auffallenden Kopfschmuck aus Stachelschweinborsten und langen Glockenstränge von der Hüfte bis zu den Füssen,   haben hier ihre eigene Tanzkategorie der traditionellen Tänzer.  Im Hintergrund findet der Sun Dance und andere Zeremonien statt und das Tal des Little Bighorns ist mit über 1000 Tipi's für eine Woche die grösste Zeltstadt im Lande.

Flathead

Dieses Reservat liegt auf der Westseite der Rocky Mountains und ist absolut spektakulär. Im Hellgate Vertrag von 1855 wurde es für die Salish, Kootenai und Pend d'Oreilles Stämme geschaffen, auch wenn heute ein Grossteil des Gebiets von Weissen bewohnt wird.  Der Flathead See und die umgebende Natur mit ihrem Fisch- und Wildreichtum bieten eine gute Einnahmequelle neben der Forstwirtschaft. Es gibt heute noch Big Horn Schafe, Bären und Buffalo's in den geschützten Gebieten im und um's Reservat.

Bei den Feiern zum 4. Juli in Arlee kommen die Salish und Pend'Oreille Stammesmitglieder zusammen um eine Woche mit Tanzen, Singen, traditionellen stick games und anderen Spielen zu verbringen. In Elmo findet auf der anderen Seite am dritten Wochenende im Juli das Standing Arrow Pow Wow statt, welches von der Ksanka Gruppe der Kootenai Nation organisiert wird. Auch hier treffen sich über 5000 Menschen.

Fort Belknap

Zwei Stämme sind hier zuhause, die Assiniboine (auch Nakota oder Stoney) und Gros Ventre, auch Hidatsa genannt. Ca. 5000 Menschen leben hier im nördlichen Montana, entlang der US Bundesstrasse 2 auf einer bergigen Erhebung inmitten der Prairie.

Die Assiniboine trennten sich im 16. Jahrhundert von den Yanktonai Sioux und lebten ursprünglich an den Grossen Seen. Später waren sie im heutigen Saskatchewan, Canada und Montana beheimatet. 1780 zählte man über 10.000 Stammesmitglieder. Sie wurden jedoch im 19. Jahrhundert durch Pockenepidemien auf 1000 bis 2000 reduziert.

Die Gros Ventre nennen sich selbst "White Clay People". Sie erholten sich nur langsam von der Dezimierung  durch Pocken- und Grippeepidemien, die den Stamm um 1900 auf unter 600 reduziert hatten. Sie leben heute mit ihren einstigen "Todfeinden" den Assiniboine auf über 600.000 Acres. Die Differenzen der beiden Stämme existieren bis heute.

Fort Peck

Ebenfalls ein Reservat für die Assiniboine und  Yanktonai Sioux   welches 1888 eingerichtet wurde. Die Sioux hatten hier Zuflucht vor der U.S. Cavalry gesucht und die Fort Peck Agentur hatte ihnen damals Zuflucht gewährt. Das Reservat liegt im Nordosten von Montana, 40 Meilen westlich von North Dakota. Die Assiniboine sind begeisterte Tänzer auf Pow Wows und stellen einige der besten drum groups. Dementsprechend viele Veranstaltungen und Feste gibt es auch im Reservat.

Northern Cheyenne

Ursprünglich aus Minnesota eingewandert, lebten die Cheyenne in den Great Plains vom Mississippi bis zu den Rocky Mountains und waren begabte Reiter. Ihr Leben war voll auf das nomadische Leben in den Plains abgestimmt.  Um ihren Lebensstil und ihr Land gegen die immer grösser werdende Flut von Weissen Einwanderern zu verteidigen, kämpften die Cheyenne einen verlustreichen Krieg gegen die weisse Armee. Sie waren 1876 an der Schlacht am Little Big Horn und dem Untergang der 7. Cavalry beteiligt und hatten ihrerseits 1864 ein blutiges Zusammentreffen mit der Armee am Sand Creek. Das als eines der blutigsten Massaker an Indianern in die amerikanische Geschichte eingehende Ereignis kostete Hunderten von Cheyenne das Leben, obwohl sie die amerikanische Fahne im Dorf wehend hatten und nicht an einem Kampf interessiert waren.   Erst 1996 entschuldigte sich die Vereinigte Methodisten Kirche für das Massaker, das von Col. John Chivington, einem methodistischen Geistlichen, angeführt wurde.

Hier im Reservat leben die nördlichen Cheyenne, während ihre südlichen Verwandten in Oklahoma leben. Das Grassland mit seinen "rollenden Hügeln" besitzt ein Luftklasse A Gütesiegel und verhindert damit auch die Ansiedlung von Industrie. Dementsprechend hoch ist hier die Arbeitslosigkeit. Der Stamm lebt vom der Forstwirtschaft, Farmen und der Viehzucht. In Lame Deer, gibt es ein Stammesmuseum und es ist Veranstaltungsort des Pow Wows am 4. Juli.

Rocky Boy's

Ursprünglich Teil des Fort Assiniboine, leben hier nun Chippewa und Cree. Fast 3000 Stammesmitglieder leben von Einnahmen durch den Abbau von Bodenschätzen.  Das Reservat liegt im nördlichen Teil von Montana und an jedem ersten Wochenende im August wird hier das Rocky Boy's Pow Wow gefeiert.

Die Cree gehören zu einer der grössten Gruppen von Indianern in Nord Amerika. Die meisten leben heute in Canada. Viele von ihnen leben ausserhalb von Reservaten und nicht in Stammesgemeinschaften eingegliedert. Eine dieser Kommunen nennt sich "Hill 57" und befindet sich bei Great Falls. Eine weitere Gruppe nennt man "Little Shell People". Letztere ist bis heute nicht offiziell anerkannt.

 

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