Oklahoma

Reservate und Stämme:

Oklahoma war die Erfindung jenes Präsidenten der heute von jedem 20 Dollar Schein in die Geldbeutel der Amerikaner blickt - Andrew Jackson. Er war der Indianer-Hasser an sich. Indian Territory genannt, wurde Oklahoma schliesslich zur "garantierten" Heimat für viele Stämme. Für die Apachen wurde es zum Gefängnis, für die fünf zivilisierten Stämme zur letzten Ausweichmöglichkeit vor den heranstürmenden Weissen. In den Verträgen, die mit den Stämmen abgeschlossen wurden, fanden sich die gleichen Lügen wieder, mit denen schon vorher Verträge gemacht wurden - "No Territory or State shall ever have a right to pass laws for the government of the Choctaw Nation" oder "No part of the land granted them shall ever be embraced in any Territory or State...".

Vom sogenannten "Indian Territory" welches viel grösser als der heutige Bundesstaat von Oklahoma war, wurden schon um 1850 Gebiete an Kansas und Nebraska abgetreten. Um 1880 überrannten weisse Siedler schliesslich das scheinbar freie Land und die Regierung erzwang die Aufteilung des Indianergebietes. Es war bis dahin Gemeinschaftsgut der Stämme und wurde mittels des General Allotment Acts von 1887 auf individuelle Indianer aufgeteilt, die es dann verkaufen konnten. Noch 1905 versuchten die Stämme von Oklahoma in der Einsicht ein Umwandeln ihres Indian Territory in einen Staat nicht mehr aufhalten zu können, einen eigenen Bundesstaat mit dem Namen "Sequoyah" mit eigener Verfassung, zu gründen. Der Kongress der Vereinigten Staaten lehnte das jedoch ab und 1907 wurde Oklahoma in die Union aufgenommen.

Heute sind mehr als 25 verschiedene Stämme in Oklahoma zuhause und verschiedene Einrichtungen und Veranstaltungen wie Museen oder das Red Earth Pow Wow und die American Indian Exposition bilden einen Treffpunkt für Tausende Indianer. Oklahoma hat die höchste Einwohnerzahl von Indianern, ausserhalb von Alaska.

Im Westen von Oklahoma im Black Kettle National Grassland befindet sich die "Washita Battleground Historic Site", wo 1868 George Armstrong Custer ein Cheyenne Dorf überfiel und fast 100 Indianer, meist Frauen und Kinder massakrierte. Black Kettle, der Häuptling der nur drei Jahre vorher das Massaker am Sand Creek überlebte, hielt zwischen seinen Leuten und den Weissen Frieden, und fand hier den Tod.

Absentee Shawnee Tribe

Die Shawnee waren ein aussergewöhnlich zersplitterter Stamm von mehr als 50.000 Mitgliedern, der nie eine wirkliche Einheit gebildet hat. Es ist schwer sie mit einer Region der USA in Verbindung zu bringen, da ihre Wanderungen und Vertreibungen sie buchstäblich in die gesamte Osthälfte der U.S.A. gebracht hatten. Sie kämpften auf Seiten der Engländer erst gegen die Franzosen und schliesslich gegen die Amerikaner. Um die sich nach Westen ausbreitenden Amerikaner aufzuhalten versuchte ihr Anführer Tecumseh alle indianischen Völker zu vereinen. Das gelang ihm auch stellenweise, indem sich die Stämme der Kickapoo, Patawatomi, Delaware, Sauk und Winnebago Tecumseh anschlossen, während sich die Miami und die Shawnee von Ohio von ihm abwandten. William Henry Harrison, der Gouverneur des Indiana Territoriums, vernichtete 1811 die Shawnee Siedlung Tippecanoe und brachte damit auch den Widerstand zum Erliegen. Schliesslich wurden fast alle Shawnee in Oklahoma angesiedelt und bilden dort drei verschiedene Stämme - Absentee Shawnee, Cherokee (Loyal) Shawnee und Eastern Shawnee. In Ohio gibt es ebenfalls noch Shawnee. Fast alle Shawnee leben heute wie ihre nicht-indianischen Nachbarn.

Die Absentee Shawnee haben ihren Namen erhalten, als sie sich von den Shawnee in Kansas getrennt haben. Der Stamm hat ca. 2600 Mitglieder und verfügt über 11.600 Acres Land im zentralen Oklahoma.

Die Eastern Shawnee leben im nordöstlichen Oklahoma. Historisch gesehen standen sie den Seneca nahe und als sie 1832 in Oklahoma ankamen bezeichnete man sie als die "United Nation of Seneca and Shawnee". Erst 1867 wurden sie als Eastern Shawnee bezeichnet. Heute gibt es ca. 1600 Mitglieder der Eastern Shawnee.

Die Loyal Shawnee werden oft auch als Cherokee Shawnee bezeichnet. Sie stellten den Hauptteil der Shawnee Stammes vor dem Bürgerkrieg. Ihre "Loyalität" zu den Südstaaten half ihnen nicht viel, da sie anschliessend ihr Land in Kansas verlassen und nach Oklahoma umsiedeln mussten. Sie kauften dort Land von den Cherokee und wurden mit in den Stamm aufgekommen um Anspruch  auf die Leistungen der U.S. Regierung zu haben. Es gibt etwa 8000 Loyal Shawnee.

Apache Tribe of Oklahoma

Der Apache Tribe of Oklahoma bezeichnet sich selbst als Na-i-shan Dene (our people). In der Vergangenheit ist dieser Stamm mit allerlei Namen beglückt worden. Man nannte sie z.B. die "Prairie Apaches", "Plains Apaches" oder "Kiowa Apaches". Letzteres ist total irreführend. Sie setzen sich aus den "Apaches del Norte" die im 19. Jahrhundert in New Mexico ankamen und den "Plains Lipans", die im nördlichen Texas zur selben Zeit ankamen, zusammen. Sie entsprechen eher dem Typ des Plains Bewohners, der in Tipis lebt und den Büffel jagt und unterscheiden sich auch in der Sprache von ihren Verwandten im Südwesten.  Sie kamen langsam vom oberen Missouri River und liessen sich schliesslich auf dem Kiowa-Comanche-Apache Reservat nieder. Um 1900 war ihre Zahl durch Epidemien und weisse Siedler auf etwa 150 reduziert worden. Heute gibt es wieder ca. 1500 Mitglieder.

Caddo

Zum Caddo Tribe of Oklahoma gehören Stämme und Dörfer von drei verbündeten Stammesgruppen, den Kadohadacho, Hasinai und den Nachitoches, sowie den Anadarkos und Ionies. Das ursprüngliche Stammesgebiet lag im westlichen Louisiana und Arkansas, sowie im östlichen Texas und Oklahoma. 1835 unterzeichneten die Caddo einen Vertrag mit dem Bundesstaat Louisiana in dem sie ihr Land aufgaben und nach Texas zogen. Später zogen sie nach Oklahoma, wo sie sich mit anderen Stämmen Land teilen mussten. Für die unrechtmässige Aufteilung von Caddoland wurden dem Stamm schliesslich 1.2 Millionen Dollar zugesprochen. Heute leben circa 3500 Stammesmitglieder in Oklahoma und anderen Staaten der U.S.A.

Cherokee Nation

Die Cherokee leben in einem Gebiet, welches über 14 Landkreise im nordöstlichen Oklahoma reicht. Als man die Cherokee nach 1830 von North Carolina nach Oklahoma umsiedelte kam es zu dem bekannten "Marsch der Tränen". Die Verwandten der Cherokee leben noch heute in North Carolina und bilden die östlichen Cherokee. Die Hauptstadt des Stammes ist Tahlequah und verfügt über verschiedene Einrichtungen, wie das Cherokee Heritage Center in dem ein ursprüngliches Dorf nachgebaut wurde.

Trotz des Verlustes tausender Cherokees auf dem Marsch der Tränen, konnten sich manche Stammesmitglieder in Oklahoma sogar zu einem relativen Reichtum hocharbeiten und Plantagen betreiben. Um 1860 besassen die Cherokee-Plantagenbesitzer etwa 4000 Sklaven. Während des Bürgerkrieges sympathisierten die Cherokee mit den Südstaaten und wurden im Vertrag von 1865 gezwungen die Sklaven freizulassen, Delaware und Shawnee Indianer auf ihrem Gebiet siedeln zu lassen und das neutrale Land an die USA abzutreten.

Heute leben über 70.000 Cherokee in Oklahoma und ihr Leben unterscheidet sich kaum von dem der Weissen in Oklahoma

Cheyenne-Arapahoe Tribes

Die beiden Stämme waren sich schon immer freundlich gesinnt und wurden 1869 in einem gemeinsamen Reservat in Oklahoma untergebracht. Heute verfügen die Stämme über 85.000 Acres Land westlich von Oklahoma City, welches von beiden gemeinsam verwaltet wird. Die Stämme zählen zusammen etwa 9400 Mitglieder von denen etwa die Hälfte in Concho lebt.

Die Cheyenne sind die südlichen Verwandten der in Montana lebenden Northern Cheyenne. Ursprünglich kamen sie aus Minnesota in das Gebiet der Black Hills von South Dakota. Nach 1825 teilte sich der Stamm in zwei Gruppen von denen die südliche ins heutige Colorado weiterzog. 1864 überfiel die U.S. Armee mit 700 Mann ein schlafendes Cheynenne Dorf am Sand Creek. Das als eines der blutigsten Massaker an Indianern in die amerikanische Geschichte eingehende Ereignis kostete Hunderten von Cheyenne das Leben.   Erst 1996 entschuldigte sich die Vereinigte Methodisten Kirche für das Massaker, das von Col. John Chivington, einem Geistlichen dieser Kirche, angeführt wurde.

Auch die Arapahoe wurden in zwei Gruppen getrennt. Durch das Anwachsen weisser Siedlungen wie Denver in Colorado zogen sich die nördlichen Gruppen nach Wyoming zurück und leben heute im Wind River Reservat. Die südlichen Gruppen blieben im südwestlichen Colorado und hielten sich südlich der weissen Siedlungen auf. 1855 hatten sich beide Gruppen in eigenständige Stämme entwickelt. Auch die Arapahoe waren am 29. November 1864 am Sand Creek und standen unter dem ausdrücklichen Schutz der Regierung, als sie von Chivington überfallen wurden.

Chickasaw Nation

Die Chickasaw waren einer der "zivilisierten Stämme" die nach 1830 von Mississippi nach Oklahoma umgesiedelt wurden. Die Mitglieder der Chickasaw Nation leben in 11 Landkreisen im Zentrum des Bundesstaates und verfügen nicht mehr über ein Reservat. Heute gibt es etwa 19.000 Stammesmitglieder. Lange Zeit lebten die Chickasaw von Oklahoma in tiefer Armut bis die U.S. Regierung in den 70er Jahren die Stammesregierung wieder ins Leben rief und Wahlen erlaubte.

Choctaw Nation

Seit den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts leben die Mitglieder der Choctaw Nation in Oklahoma. Das im südöstlichen Teil des Bundesstaates gelegene Gebiet ist landschaftlich besonders reizvoll.  Im Juni wird der "Marsch der Tränen" vom Stamm nachgestellt und erinnert an die 20.000 Choctaw, die von Mississippi nach Oklahoma zwangs-umgesiedelt wurden und von denen nur 7000 ankamen.

Comanche Tribe

Etwa 8500 Mitglieder der Comanche leben heute in Oklahoma. Sie haben eine lange Geschichte als stolze und kämpferische Krieger. Ursprünglich lebten sie mit ihren Verwandten, den Shoshone, in den Bergen von Wyoming und Montana, zogen aber im 18. Jahrhundert in die südlichen Ebenen, welche als "Comancheria" bekannt wurde. Sie hielten die Apachen für fast 200 Jahre aus ihrem Gebiet fern und kämpften erfolgreich gegen die Franzosen, Spanier, Mexikaner und Texaner. Die Comanche lebten in grossen Dörfern aus Tipis und folgten den Büffelherden. Nachdem die grossen Herden vernichtet waren und Krankheiten den Stamm dezimierten, verloren sie ihr Land und wurden in Oklahoma angesiedelt.  Die Comanche treffen sich heute jährlich in Anadarko auf grossen Pow Wows und zum Comanche "Homecoming" im August. Sie sind meist Teil der Grourd Dance Gesellschaften, die oft auf den Pow Wows im Süden und Südwesten vor den eigentlichen Tanzwettbewerben ihre Zeremonien abhalten.

Creek (Muscogee) Nation

Auch dieser Stamm hat heute kein Reservat mehr. Seine Stammesmitglieder leben in 11 Landkreisen im nördlichen Teil von Oklahoma. Dazu gehört die Stadt Tulsa und die Hauptstadt der Creek Nation, Okmulgee. Der Stamm verfügt über etliche traditionelle Zeremonieplätze auf denen der sogenannte "Stomp Dance" stattfindet.

Ursprünglich in Georgia beheimatet, gehörten zur Creek Konföderation etwa 15.000 Menschen. Zusätzlich kamen noch verschiedene Angehörige anderer Stämme wie den Yuchis, Shawnees, Natchez und Timucua, sowie entlaufene Sklaven dazu.  Die Konföderation bestand aus politisch unabhängigen Städten den sogenannten "etvlwas" die zum Teil bis heute als christliche Gemeinden weiterbestehen.

Fort Sill Apache Tribe

Zwei Untergruppen der Apache leben hier - die Warm Springs Band und die Chiricahua. Letztere gehörten zur Gruppe von Geromino. Sie wurden nach dem Waffenstillstand mit der U.S.A. nach Florida in die Gefangenschaft verbannt und erst später nach Oklahoma ins Reservat umgesiedelt. Das Fort Sill Reservat wurde erst durch eine Serie von Verträgen in den Jahren 1912, 1913 und 1923 geschaffen und liegt im südwestlichen Oklahoma. Es gibt nur noch ein paarhundert Stammesmitglieder.   Hier kann man heute das "Chief Geromino's Guard-House" besichtigen.

Iowa Tribe

Ein paarhundert Mitglieder des Iowa Stammes wurde hier 1890 in einem Reservat untergebracht und verfügt heute über 1710 Acres Land.

Kiowa Tribe

Ursprünglich lebten die Kiowa als Nomaden auf den Grossen Ebenen und zogen um 1700 von den Black Hills in South Dakota nach Süden. Sie waren wie viele andere Stämme vom Büffel abhängig und die Büffeljagd wurde in einer fast militärischen Aktion organisiert. Das Leben der Kiowa ist beherrscht von einer ausgeprägten religiösen Kultur, welche sich in der Native American Church mit ihrer Mischung aus christlichen und traditionellen Aspekten, widerspiegelt. Auch die Kiowa sind verstärkt bei Gourd Dances auf Pow Wows vertreten.

Fast gleichzeitig mit dem Sand Creek Massaker an den Cheyenne, machten auch die Kiowa mit der U.S. Armee Bekanntschaft als Kit Carson ein Winterlager des Stammes überfiel und alle 176 Tipis zerstörte. Damit waren Kleidung und Nahrung für den Winter vernichtet.  Eine Friedensberatung fand im Oktober 1865 am Little Arkansas River statt, an der Kiowa, Kiowa-Apache, Comanche, Cheyenne und Arapahoe teilnahmen. Im vereinbarten Vertrag mit der U.S. Regierung stimmten die Kiowa unter Protest zu ihr Leben auf das Reservat zu beschränken.

Heute leben etwa 8500 Stammesmitglieder in Oklahoma. Da das Reservat ebenfalls aufgelöst wurde gibt es die grösste Ansammlung von Kiowa in der Stadt Carnegie.

Kaw Tribe

Ursprünglich stammte der Stamm aus Kansas, wurde aber nach 1870 nach Oklahoma umgesiedelt. Das eigentliche Reservat der Kaw wurde teilweise durch den Bau des Kaw Stausees 1976 geflutet.

Die Kaw Nation, oder Kansa, sind das Volk des Südwinds (People of the South Wind). Die Kansa, Osage und Missouria waren Verbündete am Missouri Fluss.   Schon 1755 war der Stamm durch Krankheiten, die aus Europa eingeschleppt wurden, um die Hälfte reduziert. Auch später noch starben mehr als 400 Indianer in einer Epidemie von 1853 bis 1855.  Als Lewis und Clark 1804 auf die Kaw trafen, lebten sie hoch über den Ufern des Missouri. Heute nennt man den Ort Atchison, Kansas. Der Stamm unterschrieb verschiedene Verträge mit den Vereinigten Staaten, verkaufte mehr und mehr Land an die U.S.A. und wurde schliesslich 1872 nach Oklahoma umgesiedelt.

Modoc Tribe

Die Modoc lebten im Grenzgebiet von Oregon und California und stellen damit den Stamm dar, der am weitesten von seinem ursprünglichen Gebiet entfernt ist. Nahe dem Mt. Shasta mit seinen Wäldern und Seen versorgten sich die Modoc mit dem reichlich vorhandenen Fisch und Wild. Mitte des 19. Jahrhunderts mussten sie Platz für die landhungrigen Siedler machen und wurden in ein Reservat in Oregon umgesiedelt. Eine Gruppe unter dem Führer Captain Jack verteidigte seine Heimat und Freiheit jedoch und leistete erbitternden Widerstand im Modoc Krieg von 1872-1873. Sie positionierten sich dabei in einem Lavafeld südlich des Tule Sees, welches eine natürlich geschaffene Verteidigungsposition darstellte. Indianer der Warm Springs Stämme unterstützten die U.S.A. als Scouts im Kampf gegen die Modoc und nach 190 Tagen schließlich mussten die Modoc aufgeben und wurden nach Oklahoma ins Reservat umgesiedelt. Sie wurden dabei auf dem Gebiet des Quapaw Reservats, im Nordosten von Oklahoma angesiedelt. Als Resultat dieses "teuersten Krieges gegen Indianer" wurde ein Militär Tribunal abgehalten, ohne rechtlichen Beistand oder Übersetzung und Captain Jack und 3 weitere Führer wurden gehängt. Perverserweise wurde sein "eingelegter" Kopf in Washington D.C. ausgestellt und war für 10 Cent zu besichtigen.
Heute gehören sie zu den Stämmen, die sich in Miami, Oklahoma, zusammengeschlossen haben um ihre Interessen besser vertreten zu können.  Das ursprüngliche Land der Modocs ist heute nur dünn besiedelt und wird nur von Touristen besucht, die das Lava Beds National Monument besuchen. Nachfahren des Stammes leben heute auch wieder in Oregon.

Osage Tribe

Die Osage lebten ursprünglich  in fünf festen Dörfern am unteren Missouri und jagten in den westlichen Ebenen und in ihrem heutigen Siedlungsgebiet. Der Stamm konnte sein ursprüngliches Reservat von 1 Million Acres erhalten. Im 20. Jahrhundert wurde auf dem Reservatsgebiet Öl gefunden, was das Leben des Stammes grundlegend geändert hat. Sie wurden von den Zeitungen als "die reichsten Leute der Welt" bezeichnet. Das Reservat liegt im äussersten Norden des Bundesstaates an der Grenze zu Kansas. In Pawhuska unterhält der Stamm ein Museum, welches Sammlungen der Osage Kunst und Kultur ausstellt.

Otoe-Missouria

Ursprünglich waren die Otoe und Missouria zwei verschiedene Stämme. Die Otoe, oder Oto, waren ca. 1690 bis 1700 in Iowa angesiedelt und wanderten um 1750 über den Missouri nach Nebraska. Die Missouria, deren Name "dwellers on the river" bedeutet, lebten am Missouri. Kriege mit anderen Stämmen dezimierten den Stamm schon um 1798, als sie sich mit den Otoe und anderen Völkern verbanden. 1854 überschrieben sie ihr Land an die U.S.A. und fanden im Big Blue Reservat and der Grenze von Kansas und Nebraska ein neues Zuhause. 1880 wurde ihnen jedoch auch dieses Land genommen und der Stamm nach Oklahoma umgesiedelt. Die Otoe-Missouria werden heute als ein Stamm angesehen und leben in der Nähe der Stadt Red Rock.

Ottawa Tribe

Die Ottawa stammen aus dem Nordosten der U.S.A. und leben heute auch in Michigan und Canada. Sie kamen um 1400 mit den Ojibwe und Potawatomi an den Grossen Seen an und wurden im Laufe der Jahrhunderte weiter nach Ohio und Michigan abgedrängt. Die Ottawa aus Wisconsin und Illinois schlossen sich mit den Potawatomi zusammen, lebten in Iowa und später in Kansas. Die Gruppen aus Ohio und Detroit wurden 1831-1834 nach Kansas umgesiedelt und eine weitere Gruppe zog 1867 nach Oklahoma weiter.

Pawnee Tribe

Die Pawnee kamen vor ca. 700 Jahren auf die Grossen Ebenen von Nebraska und Kansas und entwickelten eine eigenständige Kultur. Sie lebten in festen Siedlungen aus grossen Erdwohnungen und betrieben Ackerbau im Frühjahr und Herbst, während sie den Büffel im Sommer und Winter jagten. 1803 wurde ihr Stammesgebiet ohne dass sie etwas davon wussten an die U.S.A. verkauft und 1859 wurden sie in ein Reservat nach Nebraska umgesiedelt. Trotzdem sie die U.S.A. mit 200 Scouts in ihrem Kampf gegen andere Stämme wie die Sioux unterstützten, wurden sie 1876 von Nebraska nach Oklahoma umgesiedelt. Heute verfügt der Stamm noch über 700 Acres Land auf dem fast 2500 Stammesmitglieder leben. Das Gebiet liegt östlich von Tulsa im nördlichen Oklahoma.

Peoria Tribe

Der Peoria Stamm gehört mit den Ottawa zu den verschiedenen Stämmen die sich in Miami, Oklahoma zusammengeschlossen haben um ihre Angelegenheiten gemeinsam zu regeln. Die Peoria, was soviel bedeutet wie "he comes carrying a pack on his back" lebten ursprünglich in Wisconsin. Sie waren Teil der Illinois Konföderation.  Sie zogen später weiter nach Illinois und mussten ihr Land dort im 19. Jahrhundert aufgeben. Nachdem sie sich mit den Kaskaskias, einer weiteren Gruppe der Konföderation, zusammengeschlossen hatten, zogen sie nach Kansas.  Schliesslich wurden sie weiter nach Oklahoma vertrieben, wo sie sich mit den Miami, Wea und Piankashaw zu den "United Peoria and Miami Tribe" zusammenschlossen.  Ihre Wiederanerkennung durch die U.S. Regierung erfolgte 1978.  Heute leben die Peoria nicht viel anders als ihre weissen Nachbarn. Jedoch versuchen sie durch die Durchführung von "Indian Heritage Days" ihre Kultur zu bewaren.  Der sogenannte Kamulet Tanz, der erstmals im 17. Jahrhundert erwähnt wurde, wird nun auch wieder durchgeführt.

Ponca Tribe

Ponca City liegt im nördlichen Oklahoma und bietet über 2200 Stammesmitgliedern noch eine etwa 1000 Acres grosse Fläche Land. Der Stamm der Ponca schloss seinen ersten Vertrag mit der U.S.A. schon 1817. Der Stamm wurde in eine nördliche und eine südliche Division geteilt, als die U.S. Regierung das Ponca Reservat in Nebraska den Sioux überschrieb. Der Stamm war dann gezwungen 1876 nach Oklahoma umzusiedeln. Drei Jahre später zogen jedoch 30 Ponca zurück nach Nebraska, da sie die dortigen Lebensumstände als unzumutbar empfanden. Vier Verträge wurden mit der U.S. Regierung unterzeichnet, wobei fast alles des 2.3 Millionen Acres umfassenden Landes verloren ging. Die übriggebliebenen 96.000 Acres gingen schliesslich im grossen Sioux Reservat auf.

Das Reservat der südlichen Ponca wurde 1905 auf die Stammesmitglieder aufgeteilt.  Das jährlich stattfindende Ponca Pow Wow findet seit über 110 Jahren statt.

Citizen Band of Potawatomi Tribe

Diese Gruppe der Potawatomi umfasst etwa 14.500 Mitglieder. Ca. 4000 Acres Land liegen östlich von Oklahoma City bei der Stadt Shawnee. Dort unterhält der Stamm auch ein Museum.

Im 17. Jahrhundert lebten die Potawatomi an den Grossen Seen, zwischen dem Lake Michigan und dem Lake Huron, also dem heutigen Bundesstaat Michigan, später in Wisconsin und Indiana. Neben der "Citizen Band of Potawatomi Tribe" gibt es noch die "Prairie Band of the Potawatomi". 1833 wurden die Stämme gezwungen nach Kansas umzusiedeln. Man erinnert sich daran als den "Marsch des Todes",  da viele der Stammeshäuptlinge entlang des Weges starben.  Von Kansas bis zu den Grossen Seen gibt es Gräber der Häuptlinge.

Der sogenannte "Dawes Allotment Act" von 1880 zerstörte schliesslich die Anstrengungen des Stammes durch Ackerbau zu überleben. In weniger als einem Jahr wurde mehr als ein Viertel des Stammeslandes an Nicht-Indianer verkauft. In dieser Zeit zog dann auch die "Citizen's Band of the Potawatomi" weiter nach Oklahoma. Die Potawatomi, was "keepers of the fire" bedeutet, haben es trotz all dieser Rückschläge geschafft ihre Traditionen zu bewahren.

Quapaw Tribe

Der Name der Quapaw stammt aus dem Wort Ugakhpa, was soviel wie "down stream people" bedeutet. Sie stammen ursprünglich von der Dhegiha Sioux-Untergruppe ab, welche sich in die Quapaw, Osage, Ponca,
Kansa, and Omaha aufteilten. Auch die Quapaw wurden durch Pockenepidemien dahingerafft. Nach einigen Schätzungen wurde der Stamm um 95% dezimiert. Um 1600, also vor den Epidemien, soll es um die 5000 Stammesmitglieder gegeben haben. Nach anderen Quellen gab es 15.000 bis 20.000.   1825 zählte der Stamm nur noch 500 Mitglieder und wurde von der U.S. Regierung gezwungen von Arkansas und Louisiana ins Reservat der Caddo umzusiedeln. Schwierigkeiten mit diesem Stamm und Hochwasser veranlasste viele Quapaw zu einer Rückkehr nach Arkansas, wo sie jedoch kein Land mehr besassen. 1833 wurden sie wieder zur Rückkehr nach Oklahoma gezwungen. In kleine Gruppen zersplittert lebten die Quapaw schliesslich mit anderen Stämmen und in Kansas und Arkansas. Im 20. Jahrhundert schliesslich wurden auf dem Gebiet der Quapaw reiche Blei- und Zinkvorkommen gefunden und die wirtschaftliche Situation des Stammes verbessert.

Der Stamm verfügt über ca. 2300 eingeschriebene Mitglieder. Quapaw liegt in der nordöstlichen Ecke von Oklahoma.

Sac and Fox Tribe

Ursprünglich stammten die beiden Stämme aus der Gegend der Grossen Seen. Im 18. Jahrhundert hatten sie sich zusammengeschlossen. 1870 hatte sich diese Gruppe in Oklahoma niedergelassen.

Seminole Nation

Südöstlich von Oklahoma City leben die Nachkommen jener Seminole, die Präsident Andrew Jackson in den Sümpfen von Florida jahrelang bekriegte.

Seneca-Cayuga Tribe

Ursprünglich gehörten die Stämme zu der Iroquois Konföderation im Norden von New York. Seine etwa 2500 Mitglieder gehören zu der Gruppe der Stämme, welche sich in Miami, Oklahoma zusammengeschlossen haben.

Thlopthlocco Tribal Town

Etwa 1500 Mitglieder gehören zur Gruppe der Thlopthlocco Creek Indian Nation of Oklahoma,  welche im östlichen Oklahoma lebt.

Tonkawa

Ursprünglich stammt der Stamm aus Texas und siedelte um die San Gabriel Mission im östlichen Texas. Die Mission wurde jedoch 1758 aufgelöst. Als die Weissen nach Texas kamen verbündeten sich die Tonkawas mit ihnen gegen die Wacos und Comanches. Trotzdem wurden sie 1859 nach Oklahoma umgesiedelt kehrten jedoch zurück und kämpften im Bürgerkrieg auf Seiten des Südens. 1884 wurden sie erneut nach Oklahoma umgesiedelt. Von ursprünglich 5000 Tonkawas waren noch knapp über 50 übriggeblieben. Heute gibt es wieder knapp 200 Mitglieder, die in der Stadt Tonkawa in Oklahoma leben.

United Ketoowah Band of Cherokee

Über 7000 Stammesmitglieder gehören zu dieser Gruppe der Cherokee im Herzland des ursprünglichen Reservats von Oklahoma. Nachdem die Regierung der Cherokee 1898 nur noch eine Marionettenregierung der U.S.A. war wandte sich eine Gruppe traditioneller Cherokee einer religiösen Gemeinschaft, den Ketoowah, zu. Sie zogen sich in die Berge im östlichen Oklahoma zurück und lehnten den Weg des weissen Mannes ab. In dieser Gruppe des Stammes finden heute noch traditionelle Rituale, wie die Green Corn Zeremonie, auf dem sogenannten "stomp groud" statt.

Wichita

Die Wichita waren einst ein Zusammenschluss von verschiedenen Stämmen, unter anderen den Tayovayas, Tawakoni und Waco. Im 15. Jahrhundert wurden die Wichita auf etwa 3900 Mitglieder geschätzt. Heute sind es etwas mehr als die Hälfte dieser Zahl. 1872 sollten die Wichita mit den Caddo und anderen Stämmen in ein Reservat in Oklahoma umsiedeln. Die U.S.A. ratifizierte jedoch das Übereinkommen nie. Heute besitzen sie nur ein kleines Stück Land und teilen ein etwas grösseres mit den Caddo und Delaware.

Wyandot (Wendat)/Huron

Ursprünglich aus dem Stamm der Huron hervorgegangen, leben heute Wyandots weit über die USA verstreut. Eine grössere Anzahl lebt jedoch nahe ihres ursprünglichen Reservats im Nordosten von Oklahoma. Es gibt ca. 3000 Wyandots und 2000 Hurons.

Sie waren ursprünglich ein Zusammenschluss von vier Stämmen im südlichen Ontario, Canada. Der Name Huron wurden ihnen von den Franzosen gegeben, während sie sich selbst Wendat nannten, was soviel wie "Inselbewohner" oder "Bewohner der Halbinsel" bedeutet.  Zur Konföderation gehörten die Attignawantan (bear people), die Attigneenongnahac (cord people), die Tahontaenrat (deer people) und die Ardendahronon (rock people).  Es soll Anfang des 17. Jahrhunderts an die 20.000 Wendats gegeben haben, die in befestigten Dörfern aus sogenannten Langhäusern lebten. Pocken- und Masernepidemien rafften einen Grossteil des Stammes dahin und reduzierte ihn in nur 6 Jahren auf 10.000 Mitglieder mit drastischen Auswirkungen auf die Stammesgemeinschaft. Die organisierten militärischen Aktionen der Iroquois schliesslich dezimierten den Stamm weiter und veranlassten ihn sein Siedlungsgebiet aufzugeben und nach Osten, südlich von Quebec zu ziehen. Weitere Hurons zogen nach Westen und wurden in den folgenden 200 Jahren von indianischen und weissen Feinden von Ort zu Ort getrieben bis sie schliesslich 1858 in Oklahoma landeten. Heute sind die Wyandot in Oklahoma eng mit ihren Verwandten in Canada verbunden und bemühen sich um die Durchsetzung ihrer Rechte und die Rückgewinnung von Land.

 

 

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