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Rhode IslandReservate und Stämme:Narragansett
Im kleinsten Bundesstaat der U.S.A. gibt
es nur ein Reservat. Das 1800 Acres große Gebiet der Narragansett liegt im Süden
des Bundeslandes an der Atlantikküste. Trotz der Nähe der Großstädte von
New York und Boston bemüht man sich hier ein Leben zu führen, das
eingebettet ist in die überlieferte Religion und die Zeremonien des Stammes.
Jährlich stattfindende "Green Corn and Thanksgiving" Feiern finden
im August und Oktober statt. Im Narragansett Langhaus wird außerdem die
"Nickomoh Celebration" im Dezember durchgeführt, welche etwa mit
unserem Weihnachtsfest vergleichbar ist.
Die Narragansett kontrollierten durch ihre
"Sachems", wie die Führer hießen, die ganze Gegend von Rhode
Island. 1636 hiessen sie die Engländer als Freunde willkommen und boten ihnen
Land an - die Gründung der Stadt Providence. Die Indianer lebten in ihren Häusern
aus Baumrinde und ernährten sich von Fisch und Wild. Mit den Niantics und
Mohegans unterstützten die Narragansetts die Engländer in ihrem Kampf gegen
die Pequots, vernichteten diese und verhinderten so, dass sich eine
einheitliche Front gegen die Europäer bilden konnte. Die Engländer nutzten
das vor ihnen existierende Zahlungssystem der Indianer, bestehend aus
sogenanntem "Wampum" (Perlen aus Muscheln) vernichtend aus. Aus
verschiedensten Gründen verlangte Zahlungen von Hunderthausenden dieser
weissen Perlen, konnten die Indianer nicht mehr nachkommen, worauf die Engländer
sich das Land der Indianer stückchenweise überschreiben liessen.
Schliesslich, nach Kämpfen zwischen den Mohegans und den Narragansetts und
wiederum mit den Engländern blieben von 5000 bis 7000 Stammesmitgliedern im
Jahr 1676 nur ca. 200 Narragansett übrig. In 40 Jahren hatten sie ihr
gesamtes Stammesgebiet verloren, während in nur einem Jahr die Engländer 95
Prozent der Stammesmitglieder getötet oder vertrieben hatten. Um 1880 erklärte
der Bundesstaat von Rhode Island sich als "indianerfrei", aber die
Stammesmitglieder lebten weiter mit ihrer eigenen Regierungsform und konnten
sich 1934 als offizieller Stamm formieren und wurden 1983 von der Regierung
anerkannt. In 2007 gab es ca. 2400 Stammesmitglieder von denen die Mehrzahl im
Bundesstaat von Rhode Island und auf ihrem Stammesgebiet in Charlestown lebt .
Das Tomaquag Indian Memorial Museum in Exeter bietet einen guten Überblick über
die Stammesgeschichte.
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