Washington

Reservate und Stämme:

Chehalis

Für drei Stämme wurde das Reservat 1864 gegründet: die Chehalis, die Cowlitz und die Chinook Clatsop .

Die Chehalis waren einer der Stämme an der Nordwest Küste, deren Existenz sich auf den Fischreichtum und das Vorhandensein von weiten Wäldern konzentrierte. Sie schlossen keinen Vertrag mit den Vereinigten Staaten ab und weigerten sich ins Quinault Reservat umzusiedeln. Das 4224 Acres grosse Reservat liegt südwestlich von Seattle am Zusammenfluss des Black und des Chehalis Flusses. Im Jahre 2000 gab es ca. 575 eingeschriebene Stammesmitglieder, von denen ca. 250 im Reservat lebten. 

Die Cowlitz lebten ursprünglich im Gebiet des Cowlitz Rivers und wurden auf ca. 6000 Stammesmitglieder geschätzt. Da sie ihr Gebiet nicht verlassen wollten, weigerten sie sich einen Vertrag mit der Regierung abzuschliessen. Sie gingen ins 20. Jahrhundert als Stamm ohne Vertrag und ohne Land und haben eine lange Liste von Gerichtsauseinandersetzungen mit den verschiedensten Vertretungen der weissen Regierung.

Der Chinook Stamm, welcher im Winter von 1805/1806 die Lewis und Clark Expedition vom Verhungern rettete, konnte im Jahr 2001 nach 20-jährigem Kampf mit der U.S. Regierung, seine Anerkennung als Stamm durchsetzen. Am 3. April 2001 wurden die Chinook offiziell der 558. Stamm der durch die U.S. Regierung anerkannt wurde. Im Frühjahr des Jahres 2002 allerdings startete Innenminister Gale Norton allerdings schon wieder eine Überprüfung über die Rechtmässigkeit des Status als offizieller Indianerstamm und die Bush Regierung hat die Anerkennung daraufhin aufgehoben.  Ende 2002 hofften die Retter von Lewis und Clark dann auf den Congress, welcher ebenfalls eine Anerkennung veranlassen kann.

Colville

Mit 1.3 Millionen Acres ist es das zweitgrösste Reservat Washingtons.  Stämme die ursprünglich in den Weiten des sogenannten "Plateaus", also das nördliche Idaho sowie das östliche Oregon und Washington, beheimatet waren, wurden hier zusammengefasst. Dazu gehören die Colville, Entiat/Chelan, Lake, Methow, Moses/Columbia, Nespelem, Nez Perce, Okanogan, Palouse, Sanpoil, Senijextee, Skitswish und Wenatchee. Es gibt etwa 8000 eingeschriebene Stammesmitglieder. Das Reservat liegt im nordöstlichen Teil des Bundesstaates in einer wald- und seenreichen Gegend. In Coulee Dam gibt es ein Museum, welches sich mit der Vergangenheit der Stämme beschäftigt, und in Nespelem ist das Grab des Nez Perce Häuptlings Joseph.

Hoh

Ein kleiner Stamm am Hoh Rivers an der Pazifikküste. Sie sind mit den Quileute verwandt. Da der Stamm sehr klein ist gibt es nur wenig Berichte über die Lebensgewohnheiten der Mitglieder. Man rechnet damit, dass sie ähnlich lebten, wie ihre Nachbarn. Ein kleines Reservat wurde 1893 an der Mündung des Hoh Rivers eingerichtet, jedoch steht es den Stammesmitgliedern nach dem Vertrag zu, zu wählen, ob sie im Hoh oder im Quileute Reservat leben wollen. Bis 1953 war Hoh nur zu Fuss oder per Kanu zu erreichen. 1990 gab es 156 Stammesmitglieder.

Jamestown Klallam

Mit 200 Acres Land wurde dieses Reservat 1874 gegründet. Seitdem kamen noch einige Landkäufe dazu. Als Stamm wurden die Klallam erst wieder 1981 durch die Regierung anerkannt. Das Reservat liegt in der nordöstlichen Ecke der Olympic Halbinsel vor Seattle. Viele der Nordwestküsten Stämme kann man in einer Rundtour besuchen, indem man von Seattle mit der Fähre auf die Halbinsel übersetzt und entgegen des Uhrzeigersinns um die Halbinsel fährt.

Die Klallam, was soviel wie "strong people" bedeutet, lebten um 1850 in einem Dutzend Dörfer und lebten vom Fischfang. Heute gibt es noch weitere Klallam in Lower Elwha und Port Gamble.  Sie besitzen ein vertragliches Recht welches ihnen 50 Prozent der Ausbeute des kommerziellen Lachsfangs zusichert.

Kalispel

Die Kalispel sind ein kleiner Stamm von 330 Mitgliedern (Stand ca. November 2002), der zur Plateau Gruppe gehört. Das Reservat liegt im äussersten Nordosten des Bundesstaates und umfasst über 4600 Acres. Es ist umgeben von Nationalwald und reich an Flüssen und Fischen und 2002 wurde auch ein Casino eröffnet. Einnahmen daraus haben es dem Stamm ermöglicht ein Bildungszentrum für Stammesmitglieder zu eröffnen. 

Lummi

Die Lummi sind einer der Küstenstämme, nicht weit von der Kanadischen Grenze. 1855 wurde das 7000 Acres grosse Reservat gegründet. Heute lebt hier etwa ein Drittel der über 3000 Stammesmitglieder. Mit anderen Küstenstämmen aus den U.S.A. und Kanada führen die Lummi traditionelle Kanu Wettbewerbe durch, die von grossen Festen begleitet werden. Das Lummi Stommish (Wasserfest) findet am zweiten oder dritten Juniwochende statt.

Makah

Das Reservat der Makah ist das am westlichsten gelegene Indianerland der unteren 48 Bundesstaaten. Es liegt an der nordwestlichen Spitze der Olympic Halbinsel. Die Meeresstrasse von San Juan de Fuca und der Pazifische Ozean bilden den absolut spektakulären Abschluss des Landes. So abseits dieses Reservat liegt, so unterschiedlich ist auch die Kultur der Makah. Die Stammessprache hat keinerlei Verwandtschaft mit irgendeiner anderen Stammessprache der U.S.A. Die über 24.000 Acres werden von über 800 Stammesmitgliedern als Wohnort genutzt. Der Stamm selbst besteht aus fast 2000 Mitgliedern. Tourismus wird hier gross geschrieben. Camping, Bootsverkehr und Fischen bilden die Hauptaktivitäten der Touristen. Der Stamm unterhält ein ausgezeichnetes Kultur- und Forschungszentrum in Neah Bay.

Die Makah sind der einzige Stamm der U.S.A., der ein vertraglich zugesichertes Recht hat Wale zu jagen.  Die internationale Walfang Kommission hat dem Stamm 5 Grauwale zum Abschuss freigegeben. Das wären die ersten Wale seit dem Einstellen des Walfangs vor über 70 Jahren. Auch wenn der Stamm dadurch einen positiven Einfluss auf seine Kultur sieht, so endet das "Traditionelle" an diesem Walfang nach dem Abschuss der ersten Harpune aus einem Kanu. Danach wird mit Motorbooten und 0.5 Kaliber Gewehren der Wal endgültig erlegt. Wirtschaftlich angewiesen auf diese Jagd ist der Stamm natürlich seit langem nicht mehr.

12 Meilen südlich des Reservats an der Küste gelegen ist die 2500 Jahre alte Fischersiedlung Ozette, die zwar heute nicht mehr bewohnt ist, aber zum Kulturgut der Makah gehört. Ursprünglich wurde das Dorf durch einem Erdrutsch verschüttet. Hochwasser und Brandung haben nun aber einige Gebäude freigelegt und die gefundenen Gegenstände werden im Museum gelagert. So erinnern nun Tausende von Gegenständen an die Wahlfangkultur der Makah.

Muckleshoot

Die Muckleshoot gehören zu den Küstenindianern und leben nun auf sechs Quadratmeilen im Reservat nahe der Cascade Berge. Zu den 1600 Stammesmitgliedern  gehören Nachkommen der Skopmish, Stkamish und Smulkamish Stämme. 2002 waren 48% der Stammesmitglieder unter 18 Jahren.  Durch die Nähe zu den Grosstädten Seattle und Tacoma haben sich die Indianer hier auf das Betreiben des Casino's konzentriert. Weitere Arbeitsplätze wurden aber auch durch Fischereibetriebe und kleinere Firmen geschaffen.

Muckleshoot soll nach einer Quelle "from a high point from which you can see" bedeuten, also etwa "eine Erhebung von der man blicken kann".  Für den Verlust von über 100.000 Acres Land wurden dem Stamm 1959 über 86.000 Dollar zugesprochen welche die Grundlage für den Rückkauf von Land waren.  Die ursprüngliche Stammessprache war Whulshootseed, einem Dialekt der Puget Salish Sprache.

Nisqually

Das Reservat der Nisqually liegt am gleichnamigen Fluss im westlichen Washington. 1857 wurde das Reservat gegründet. Jedoch wurde es mit der Gründung einer Militärbasis 1918 verkleinert. Die ursprünglichen Fischer des Stammes sahen sich in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts mit dem Problem konfrontiert, dass der Staat ihnen das Fischen ausserhalb des Reservats verbieten wollte. 1974 wurde dann gerichtlich bestätigt, dass der Stamm nach dem Vertrag von 1854 tatsächlich das Recht hat ausserhalb des Reservats zu fischen.  Der Stamm hat in den letzten Jahren seine Landfläche wieder erheblich vergrössern können.

Nooksack

Fischen und Tourismus gehören zu den Haupteinnahmequellen der Nooksack, die seit 1973 wieder anerkannt sind. Der Stamm mit ca. 1200 Mitgliedern hat einige Grundstücke gekauft auf denen Camping und Fischen möglich ist. Das Reservat liegt kurz vor der Grenze zu Canada nahe der Stadt Bellingham.

Die Nooksack waren Teil des Vertrages von Point Elliott von 1855 in dem sie ihre Landrechte für das Recht zu Fischen und Jagen, sowie für Leistungen der Regierung aufgaben. Das sie kein Reservat zugesprochen bekamen, waren sie als Stamm auch nicht anerkannt.  Man erwartete von ihnen ins Reservat der Lummi zu ziehen, jedoch zogen die Stammesmitglieder es vor auf ihrem ursprünglichen Land zu bleiben.

Port Madison

Port Madison ist der Ausgangspunkt einer Olympic-Rundreise wenn man mit der Fähre von Seattle kommt. Das 8000 Acre grosse Reservat liegt auf der westlichen Seite des Puget Sounds, gegenüber von Seattle. Die besten Grundstücke, also die am Wasser gelegenen, besitzen allerdings fast nur Weisse. Das Reservat wurde 1855 als Teil des Point Elliot Vertrages gegründet. Hier leben 1500 Mitglieder des Suquamish Stammes, der wegen seiner Totem Pfahl Schnitzereien bekannt ist. Dies ist nicht der Stamm von Häuptling Sealth, dessen Rede immer wieder (mehr oder weniger verfälscht) zitiert wird, und nachdem die Stadt Seattle benannt ist. Er stammte vom Stamm der Duwamish, welcher nicht von der U.S. Regierung anerkannt wurde. Die Duwamish wurden zwar von der Clinton Regierung noch anerkannt bevor diese aus dem Amt schied, jedoch wurde dies von der Bush Regierung 2002 wieder rückgängig gemacht!  Das Stammesmuseum gibt eine gute Grundlage für die Kultur der Nordwestküstenindianer, der Eintritt ist aber meines Erachtens etwas teuer. Ausserdem zu sehen (ist vielleicht etwas übertrieben) sind die historischen Lageplätze der Dörfer und die Überreste des "Ole Man House", einem für diese Gegend früher typischen Langhaus. Es wurde von Häupling Sealth gebaut um die Stämme der Gegend zusammenzubringen. Es wurde jedoch vom Indianeragenten niedergebrannt. Dann gibt es da noch das Grab von Häuptling Sealth im Friedhof des Ortes Suquamish. 

Chief Seattle Days ist eine jährlich stattfindende Feier am dritten Augustwochenende, bei der Tänze und Bootsrennen stattfinden und absolut feinschmeckender Lachs angeboten wird. Auch eine ganz besondere Indianerkunst wird hier angeboten, nämlich kunstvoll bemalten Holzschalen- und Truhen, geschnitzte Totem Pfähle und Korbflechtarbeiten. Dafür muss man dann aber auch wissen wo man die Kunst kaufen kann. Im Museum gibt es mehr Andenken für Touristen als Kunst und bei den Chief Seattle Days konnte ich auch keine Kunst ausfindig machen. Die wird heute besser direkt bei den Künstlern (nach Terminabsprache) und bei Galerien in Seattle verkauft. Auf saftige Preise muss man sich dabei allerdings gefasst machen. 

Puyallup

Ein kleiner Stamm dessen Name in der Salish Sprache "Welcoming and Generous" bedeutet, wurde von den Weissen hart getroffen. Sie lebten ursprünglich dort wo heute der Hafen der Stadt Tacoma ist und konnten ein kleines Stück Land bis 1990 halten, als sie es für eine grössere Geldsumme verkauften.

Quileute

Ebenfalls ein kleines Reservat, welches bei der Olympic-Rundreise zu sehen ist. Da es an der Küste liegt, sind Besuche die einen Sonnenuntergang beinhalten besonders zu empfehlen. Die Quileute gehören auch zu den Stämmen die traditionell vom Fischfang lebten. Auch heute noch gehört er und andere Wasseraktivitäten zu den Einkommensquellen des Stammes. Es gibt ca. 800 Stammesmitglieder im 800 Acres grossen Reservat an der Küste. Quileute Days in La Push ist eine weitere Sehenswürdigkeit,   die einen mit der Kultur des Stammes vertraut machen kann.

Ausserhalb der Reservate und der Nationalwälder sieht man allerdings grosse Flächen abgeholzter Wälder. Zwar wird versucht mit grossen Schildern auf das Wiederaufforsten hinzuweisen, aber die Gegend hier ist ein einziges Auf und Ab von landschaftlichen Höhenpunkten und absoluten Tiefstpunkten.  Forks, eine Holzfällergemeinde kurz vor La Push ist die beste Möglichkeit sich mit dieser Kultur des "Weissen Mannes" auseinander zusetzen. Hier sollte man möglichst keine T-Shirts mit Greenpeace Aufdruck tragen!

Quinault Indian Nation

Das Quinault Reservat ist das grösste Reservat auf der Olympic Halbinsel und fast vollständig mit Wald bedeckt. Das Reservat liegt ebenfalls an der Küste und da keine Strasse direkt durchs Reservat führt ist es etwas schwer zugängig. Hier leben sieben verschiedene Stämme, zum Beispiel auch die kleine Waukiakum Gruppe des Chinook Stammes, die zwar Verträge unterschrieben, aber nie Land dafür bekommen hatten. Wie die Makah versuchen auch die Quinault ihre Existenzgrundlage, also Wälder und Strand, zu bewahren. Bevor man also Spaziergänge am Strand oder entlang der Flüsse plant, sollte man sich mit der Stammesverwaltung in Verbindung setzten.

Samish

Die Samish Indian Nation ist eine Stamm ohne Land und ohne Anerkennung durch die U.S. Regierung im Nordwesten von Washington. Sie leben in ihrem ursprünglichen Siedlungsgebiet auf den San Juan Inseln und in British Columbia, Canada. Trotzdem die Samish am Vertrag von 1855 in Point Elliott teilnahmen weigerten sie sich in ein Reservat zu ziehen und wurden so nicht mit in die endgültigen Grenzen des Swinomish Reservats mit aufgenommen.  Es gibt heute etwa 600 Stammesmitglieder.

Sauk-Suiattle

Die heutigen Sauk-Suiattle sind Nachkommen der Sah-ku-mehu, die am Vertrag von Point Elliott teilnahmen.  Sie sollten in das Swinomish Reservat umsiedeln, unterliessen dies jedoch und blieben stattdessen in ihrem Winterdorf  auf der Sauk Prairie, nördlich der heutigen Stadt Darrington. 1884 wurden ihnen diese Gebiete von weissen Siedlern genommen und ihre Langhäuser niedergebrannt. Der Stamm ist seit 1973 von der U.S. Regierung anerkannt und hat ca. 100 Mitglieder.

Shoalwater

Der Shoalwater Stamm lebt heute auf einem über 1000 Acres grossen Reservat 32 Meilen südwestlich von Aberdeen, Washington. Das Reservat wurde 1866 als Georgetown Reservat geschaffen.  2002 gab es ca. 220 Stammesmitglieder. Der Stamm setzt sich aus Überlebenden der Lower Chehalis, Chinookan und Kwalhioqua zusammen, die um 1830 durch eine Malaria Epidemie dahingerafft wurden.  Da mit dem Stamm nie ein Vertrag zustande kam bezeichnet man ihn heute als vertragslosen aber als einen von der Regierung im Jahre 1971 anerkannten Stamm an. Die Konsequenzen die sich daraus ergeben sind, dass der Stamm nicht, wie andere Stämme mit Vertrag, ausserhalb des Reservats fischen darf. Wenn es hier nicht regnet (was ziemlich selten ist) kann man eine extrem schöne Landschaft auf dem Weg zum Reservat geniessen.

Skokomish

Die Skokomish (big river people oder people of the river) gehören zu den Twana, einer Salish Gruppe, die am Hood Canal im westlichen Washington lebte. Die Skokomish waren die grösste Gruppe der durch Pocken dezimierten Twanas. Im Sommer wanderten die Skokomish zwischen  Jagd- und Fischgründen und im Winter lebten sie in festen Dörfern aus Holzhäusern. Das Reservat wurde an der Mündung des Skokomish Flusses durch den Vertrag von 1855 gegründet. Für die über 355.000 acres Land, welche an die U.S. Regierung abgetreten wurde, bekam der Stamm über 426.000 U.S. Dollar. Allerdings erst 1966. Heute hat der Stamm über 600 Mitglieder und ist von der U.S. Regierung anerkannt.

Im Stammeszentrum gibt es eine kleine Auswahl an Schnitzereien zu bewundern, allerdings ist sie eher zufällig im Vorraum der Stammesverwaltung zusammengestellt. Touristen sind hier nicht unbedingt an der Tagesordnung, wobei man sie aber ein paar Hundert Meter weiter massenhaft im Fluss beim Angeln oder am Campingplatz sieht. Interessant ist auch die Anfahrt zum Reservat, wenn man entlang des Hood Canal's fährt. Zwas ist die Landschaft absolut idyllisch, allerdings ist das Ufer zugepflastert mit  Privathäusern, von denen fast alle Ferienunterkünfte anbieten. An der verkehrsträchtigen 101 steht dann auch das Casino des Stammes.

Snohomish

Auch die Snohomish sind eine Salish Gruppe. Ihr Gebiet ist auf der Ostseite der Olympic-Halbinsel wo etwa dreiviertel der Stammesmitglieder leben. Das ausgehandelte Reservat aus dem Vertrag von Point Elliott von 1855 wurde nie geschaffen. Stattdessen wurde ein generelles Reservat für verschiedene Stämme bei Tulalip am Puget Sound geschaffen. Da die zugesprochenen Grundstücke nicht den Anforderungen entsprachen, gingen die meisten Snohomish leer aus und sie lebten ausserhalb des Reservats. Die Snohomish dürfen nach einer Entscheidung von 1974 ausserhalb des Reservats nicht ohne Erlaubnis fischen. Der Stamm kämpft heute um seine Anerkennung durch die U.S. Regierung.

Snoqualmie

Der einst mächtigste Stamm im westlichen Washington bestand aus ca. 3000 Stammesmitgliedern und lebte in 16 Winterdörfern mit bis zu 96 Langhäusern. Sie lebten vom Fischen, Jagen und dem Anbau von Früchten und Gemüse bis ins 20. Jahrhundert. Die meisten Snoqualmie weigerten sich in ein überfülltes Reservat zu ziehen und als 1909 die Verteilung des Tulalip Reservats abgeschlossen war, gingen die Snoqualmie ebenfalls leer aus. 1937 sollten sie doch noch ihr eigenes Reservat bekommen. Jedoch gingen diese Pläne durch den Ausbruch des 2. Weltkrieges verloren.  1968 wurde dem Stamm stattdessen ein Geldbetrag zugesprochen. Die heute 1000 Mitglieder sind immer noch nach historischen Vertragsfamilien organisiert und über den Puget Sound verbreitet. Sie treffen sich jedoch häufig um Stammesangelegenheiten zu besprechen.

Spokane

"Die" Westernlandschaft an sich prägt das Bild im und ums Spokane Reservat. Ausgedehnte Wälder und saftige Wiesen bilden das Hauptmerkmal. Der Spokane Stamm ist seit langem hier zuhause. Das 155.000 Acres grosse Reservat wurde 1881 gegründet und liegt im Osten des Bundesstaates. Es gibt ca. 2000 Stammesmitglieder.   Spokane, die Ortschaft, jedoch ist ein gutes Beispiel für die sogenannten Stadtindianer und ihre aussichtslose Lage (das gleiche gilt für Seattle). Orte ausserhalb von Reservaten sind immer Anziehungspunkte für Alkohol und Arbeitslosigkeit.

Squaxin Island

Auf einer Olympic-Rundreise liegt es fast am Ende der Tour und etwas abseits der Hauptstrasse. Der Vertrag von Medicine Creek von 1854 brachte hier die Stämme der Noo'Seh'Chatl, Sa-heh-wa-mish, Sa'Wa'Mish,  S'Hotl'Ma'Mish, Squaks'Na'Mish, Steh'Chas, T'Peeksin und Squi-aitl zusammen. Alle gehören zu den Puget Sound Indianergruppen und wurden als "People of the Water" bezeichnet. Es leben heute ca. 500 Mitglieder im 2000 Acres umfassenden Reservat an der Ostseite der Olympic Halbinsel. Squaxin Island ist dabei wirklich nur eine heute unbewohnte Insel auf die man keinen Zugang hat (ausser man hat ein Boot und eine Genehmigung des Stammes).  Die Squaxin Inselbewohner sahen sich schon immer als Beschützer und Bewahrer des Landes und seiner Schätze. So werden heute noch traditionelle Fischereimethoden bevorzugt und alle Stammesentscheidungen werden mit Blick auf die Auswirkungen auf die nächsten sieben Generationen gefällt. Wie ihre Vorfahren feiern die Squaxin Indianer heute noch die "First Salmon" Zeremonie aus Ausdruck des Respekts.

Das Stammeszentrum im Landesinneren in der Ortschaft Kamilche, entlang dem Highway 101, besteht aus gepflegten,  modernen Häusern, einem Stammeszentrum und einem Museum, welches allerdings bei meinem Besuch 2002 nicht geöffnet war und auch innen noch sehr verwaist aussah. Am Highway liegt das Casino und die Trading Post des Stammes, welches einer der grössten Arbeitgeber in der Gegend ist.

Steilacoom

Historisch gesehen bestanden die Stailacoom aus fünf Gruppen, den Steilacoom proper, Sastuck, Spanaway, Tlithlow und Segwallitchu. Sie lebten im Tacoma Basin und waren von der Ankunft der Weissen am schlimmsten getroffen, da auf ihrem Land die ersten Handelsposten, Armeeposten, Post und Kirche gebaut wurden. Der Stamm unterzeichnete den Vertrag von 1854, ging jedoch ohne Reservat aus, da ihr Land zu nahe and er weissen Siedlung lag. Die Stammesmitglieder liessen sich im Laufe der Zeit auf anderen Reservaten, wie Puyallup, Nisqually und Squaxin Island, nieder.  Der Stamm ist heute damit beschäftigt, die Anerkennung durch die U.S. Regierung zu erreichen.

Stillaguamish

Der Stillaguamish Stamm (river people oder canoe people) war einst einer der reichsten Stämme von Washington, wegen seines Fisch- und Wildvorkommens. Etwa 2000 Mitglieder lebten in 26 Dörfern entlang des Stillaguamish Flusses. Der Stamm unterzeichnete den Vertrag von Point Elliott von 1855 und erhielt 1966 die Anerkennung durch die U.S. Regierung. Heute gibt es ca. 160 Stammesmitglieder, die ihren Lebensunterhalt zum Grossteil durch Fischzucht betreiben.

Swinomish

Der Swinomish Stamm lebt in der Nähe von LaConner im nordwestlichen Washington welches Heimat für die Swinomish, Kikiallus, Lower Skagit und einige Samish war. Diese Stämme wurden schliesslich zusammengefasst und bildeten Grund für verschiedene Gerichtsklagen. Heute gibt es über 600 Stammesmitglieder, die aktiv mit anderen Stämmen in den all-sommerlichen  Kanurennen und Pow Wows teilnehmen.

Upper Skagit

Ursprünglich war dieses Volk in fünf grösseren Dörfern entlang des Skagit Flusses zuhause. Traditionell gehört das Fangen von Lachs zur Kultur des Stammes. Die Indianer liegen dabei auf Holzplattformen die am Flussufer aufgestellt sind und fangen den vorbeischwimmenden Lachs. Immer wieder kommt es dabei zu Schwierigkeiten mit offiziellen Stellen. Stammesmitglieder sind darum heute besonders aktive Verfechter von vertraglich zugesicherten Wasser- und Fischrechten. Der Skagit Fluss ist der sechstgrösste Fluss der U.S.A. und Fischfangaktionen finden zwischen Juli und September statt. Die Landschaft ist absolut sehenswert und ist im Winter die Heimat von 400 Weisskopfadlern, dem Wappentier der Vereinigten Staaten.

Die Upper Skagit waren Mitglieder der Indian Shaker Religion, welche indianische und christliche Prinzipien verbindet. Sie sind auch bekannt für die überaus reich verzierten Holzbehälter, die von Hand gefertigt werden und deren Ecken nur gebogen und nicht geschnitten und geleimt sind.

Tulalip

Der Name Tulalip bedeutet "a bay shaped like a purse" und bezieht sich auf die Form der Bucht in Washington. Die Stämme, die dort angesiedelt wurden umfassen die Snohomish, Snoqualmie, Skagit, Suiattle, Samish, Stillaguamish und Skykomish. Im Jahre 2003 gab es ca. 3500 Stammesmitglieder und man erwartet eine Verdoppelung innerhalb der nächsten 10 Jahren.  Der Stamm bekam als einer der ersten in Washington die Erlaubnis ein Casino zu eröffnen. Der Stamm besitzt einen Industriepark an der Autobahn Nummer 5 einen Golfplatz und hat viele weitere Pläne, welche die wirtschaftliche Situation des Stammes verbessern.  Dabei wird darauf geachtet, dass die Ansiedlungen so nahe wie möglich an der Autobahn gehalten werden, damit die Landschaft am Wasser erhalten werden kann.

Yakama

Yakama bedeutet "eine wachsende Familie" und war der Spokane oder Salish Name für die sich selbst nennenden "Tapteil" oder "Wap-teil-min" Indianer. Das Yakima Reservat ist mit 1.37 Millionen Acres Fläche das grösste Reservat von Washington. 14 verschiedene Stämme und Gruppen gehören zu den Yakama. Sie beinhalten die Völker der Palouse, Pisquouse, Yakama, Wenatchapam, Klinquit, Oche chotes, Kow wassay ee, Sk'in-pah, Kah-miltpah, Klickitat, Wish ham, See ap Cat, Li ay was und Shyiks.  Sie waren alle traditionell Jäger und Fischer und sind bekannt für ihre Korbflechtarbeiten. Die Gegend nannten die Indianer "mool mool", was soviel bedeutet wie "der Ort wo das Wasser mit Luftblasen aus dem Boden kommt".   Die Stämme gaben mit dem Vertrag von Walla Walla 1855 einen Grossteil ihres Landes auf. Als aber Weisse wiederum in ihr Gebiet nachrückten, vereinigte der Häuptling Kamiakan einige Gruppen um die Weissen zurückzudrängen. Drei Jahre dauerten die Kämpfe und die Indianer mussten arge Verluste einstecken. Fünfzehn Häuptlinge wurden anschliessend gefangen genommen und aufgehängt.

Es gibt über 8800 Stammesmitglieder. Das Reservat liegt östlich der Cascade Bergkette im südlichen Washington, nahe der Grenze zu Oregon. Einige Viertausendender Berge gibt es in dieser Region, wie den Mount Adams, den die Yakima "pahto" nennen. Ein heiliger Berg, der den Indianern Wasser, Pflanzen und Tiere schenkt. Auch die Yakima Nation verfügt über ein ausgezeichnetes Kulturzentrum und Museum, welches sich mit der Geschichte des Stammes befasst. Leider ist fotografieren im Museum nicht erlaubt. Im Gegenzug gibt es aber auch keine Bilder oder Bücher im Museum zu kaufen, die einen dafür entschädigen würden. 13 Jahre nach meinem ersten Besuch, bin ich endlich 2003 wieder in der Lage gewesen, diesem Reservat einen kurzen Besuch abzustatten. Die Strassen im Reservat sind nun wirklich gut ausgebaut, der Verkehr ist dementsprechend angestiegen. Vorallem der Verkehr der Nord-Süd Strecke, nach Oregon auf dem Highway 97 ist eine beliebte Trucker und Wohnmobil Route. Neben dem Museum hat man inzwischen einen grossen Campingplatz erstellt, auf dem jede Menge Wohnmobile stehen.  Schockierend waren für mich auch die Preise für die Korbflechtarbeiten, bzw. die Perlenstickereien. Wirklich fern von jeglicher Realität. 

Die Yakima Nation liebt es zu Tanzen und zu Feiern und dementsprechend viele Pow Wows sind über das gesamte Jahr verteilt. Weibliche Angehörige der Yakima und anderer Stämme vom Plateau kann man bei traditionell gekleideten Tänzerinnen oft an einem besonders reich verzierten Kopfschmuck in Form eines geflochtenen Hutes erkennen.

 

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