Wyoming

Reservate und Stämme:

Wind River

Wyoming wäre das Indianerland schlechthin und doch findet man dort nur ein einziges Reservat. Ziemlich im Zentrum des Staates findet man das Wind River Reservat, Heimat für die östlichen Shoshone und die Arapahoe. Auf zwei Millionen Acres hat man hier eines der landschaftlich schönsten Reservate erhalten, welches Berge, Wälder und Weideflächen einschliesst. 1863 wurde das Reservat für die Shoshone der Gruppe von Chief Washakie geschaffen, einem Häuptling der sehr intensiv mit den Weissen zusammengearbeitet hatte. Die Shoshone hatten Glück, da die weisse Regierung damit beschäftigt war, den Bürgerkrieg vorzubereiten und in der Zwangslage war, die Indianer ruhigzustellen. Damit wurde ihnen dieses fruchtbare und schöne Land zugesprochen. Die Shoshone kämpften an der Seite der Armee gegen die "aufständischen" Stämme der Cheyenne, Arapahoe und Sioux.

Etwa 5000 Stammesmitglieder leben hier von Viehzucht, Waldwirtschaft und etwas Kohleabbau. In Ft. Washakie, der Hauptstadt kann man das Grab von Häuptling Washakie und von Sacajawea auf dem Stammesfriedhof besuchen. Früher gab es hier auch eine nachgebaute Indianersiedlung für die Touristen. Wie mir berichtet wurde, ist es jedoch von Jugendlichen abgebrannt worden und seither nicht mehr existent.

Die Arapahoe, die sich selbst als Hinóno'éno' (Sky People oder Roaming People) bezeichnen sind in St. Stephens, einer Kleinstadt im Reservat zuhause. Sie kamen 1878 in dieses Reservat nachdem sie ursprünglich in Oklahoma angesiedelt werden sollten. Da sich diese Gegend jedoch für die Lebensgewohnheiten der Arapahoe als absolut unzumutbar herausstellte und sie sich weigerten umzuziehen, lagerten sie eine Weile hungernd am Platte Fluss. Um dem Verhungern im nahenden Winter vorzubeugen, überzeugte die Regierung den Shoshone Häuptling diesen eigentlich feindlichen Stamm für eine Weile aufzunehmen. 1937 bekam der Shoshone Stamm dafür 4 Millionen Dollar von der U.S. Regierung zugesprochen.

Auch wenn St. Stephens eine katholische Siedlung ist, wird der Sonnentanz von den Arapahoe wieder stärker durchgeführt und ist einer der beeindruckendsten im ganzen Indianerland.

Das ursprünglich fast quadratische Reservat ist nun zwischen Riverton und Thermopolis um ein grosses Dreieck verkürzt worden. Der Grenzverlauf ist hier nicht klar nachzuvollziehen, da die Bücher und Karten oft noch die alten Reservatsgrenzen aufzeigen.

Die Verwandten der Shoshone leben heute vor allem in den U.S. Bundesstaaten Idaho und Nevada.

 

Wyoming hat zwar nicht mehr Reservate zu bieten, jedoch findet sich hier überall indianische Geschichte und Mythologie wieder. Mateo Tepee oder "Bear Lodge" ist ein 1500 Meter hoher Turm aus erkaltetem Magma und wird von fast allen Prairie Stämmen als Heiligtum verehrt. Dass er heute "Devils Tower" heisst, zeigt wieder die Unsensibilität der Weissen, die 1875 entgegen dem Vertrag mit den Indianern eine Expedition hierher unternahmen.

Im Norden von Wyoming im Bighorn Nationalwald befindet sich das Medicine Wheel. Das aus 28 Speichen bestehende Medizinrad aus Stein ist vor den heute hier lebenden Stämmen entstanden. Es wird immer wieder von Indianern für Zeremonien aufgesucht und daher für Besucher geschlossen.

 

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